Internationale Personalschulung
Nachholbedarf für Exportweltmeister

Große Familienunternehmen machen es vor und schulen ihre Führungskräfte für internationale Aufgaben. Doch nicht jedes Unternehmen leistet sich diese Personalentwicklung, denn an der Unternehmensspitze sind hauseigene Schulungen oft nicht möglich. Dabei ist der Bedarf groß.

am DÜSSELDORF. „Die Deutschen sind Exportweltmeister, aber das Management ist oft alles andere als international“, urteilt Joachim Schwass, Professor für Family Business am International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne.

Tatsächlich tragen Mittelstand und darunter auch die Familienunternehmen einen wichtigen Anteil daran, dass Deutschland Exportweltmeister ist. In Deutschland exportieren gut zwölf Prozent aller Unternehmen, 98 Prozent der rund 350 000 Exporteure sind mittelständische Firmen, hat das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn herausgefunden.

Doch es gibt Grenzen für die internationale Expansion: „Viele Familienunternehmen nutzen das Potenzial der Globalisierung einfach nicht genügend, weil ihnen die Internationalität fehlt“, hat Schwass festgestellt. Es fehlt an Sprachkenntnissen der Mitarbeiter, aber auch an interkultureller Kompetenz.

Das Problem: An der Unternehmensspitze sind hauseigene Schulungen oft nicht möglich, weil dort die Personaldecke zu dünn ist. Deshalb nutzen zum Beispiel einige Unternehmen im Raum Stuttgart das Management Education Network (Men) des Stuttgart Institute of Management and Technology. Dort haben sich Unternehmen wie Behr, Dürr, Festo, Mahle, Freudenberg, Trumpf und auch Kärcher organisiert, um ihre Führungskräfte in speziellen Programmen zu schulen.

Kärcher-Pesonalchef Rüdiger Bechstein nutzt das Men gern für die ausländischen Führungskräfte. Sie lernen neben den Programminhalten nicht nur etwas über die deutsche Mentalität, sondern auch die Zentrale ihres Arbeitgebers kennen.

Dialog und Netzwerk werden innerhalb der jeweiligen Programme gezielt gefördert. Dabei wird darauf geachtet, dass direkte Wettbewerber nicht im selben Programm ihre Führungskräfte schulen.

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