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Virtuelle Welten erleben ihr „Second Life“

20 Euro für ein Appartment in der Berliner Innenstadt? Möglich ist das im digitalen Berlin von Metaversum. Das Start-Up hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde 4,5 Millionen Euro gesichert. Die virtuellen Spielewelten wollen gegen soziale Netzwerke wie Facebook antreten.

DÜSSELDORF. Unter den Linden geht fast gar nichts mehr und der Hackesche Markt ist praktisch ausverkauft. Knapp 7 000 Appartements sind vermietet oder verkauft, sagt Metaversum-Chef Jochen Hummerl. Kein Wunder, bei Einstiegspreisen um 20 Euro für ein Appartement in der Berliner Innenstadt.

Aber das ist nur eine virtuelle Wohnung im digitalen Berlin von Metaversum. Vorbei sind die Zeiten, als noch Irrsinnspreise von Tausenden von Dollar für digitale Inseln in "Second Life" gezahlt wurden.

Da sind Staatshilfen willkommen. Das Berliner Start-up hat sich für seine Spiegelwelt Twinity, die so realistisch wie möglich Metropolen wie Berlin, Singapur oder London im Internet nachbaut, in einer zweiten Finanzierungsrunde 4,5 Millionen Euro gesichert. Mit dabei die KfW, der BC Brandenburg Capital und private Kapitalgeber. "Bei Second Life wurden falsche Erwartungen geweckt", sagte Hummerl. Jetzt sei alles besser, die Modelle tragfähiger.

"Nur die Tore öffnen und warten, das geht schief", so Hummerl. "Sie müssen etwas bieten." Ähnlich sieht das Christoph Gerlinger, CEO von Frogster Interactive Pictures: "Welten ohne Inhalte, ohne Sinn und Aufgaben, werden untergehen", prophezeiht er. Frogster hat im März das Online-Rollenspiel "Runes of Magic" gestartet, ein Konkurrent von "World of Warcraft", und macht damit laut Gerlinger schon eine Million Euro Umsatz im Monat. Online-Spielewelten gelten als schärfste Konkurrenz zu den klassischen Welten, da in ihnen immer etwas los ist. Aus Billigprodukten sind opulente Cyberwelten geworden, die Spiel und Netzwerken verbinden.

In Twinitys Metropolen soll es auch munter zugehen, mit realen Charakteren vor realen Hintergründen. Eine Straßenecke sieht genau so aus wie im echten Berlin. Die Pizzeria findet der Berlinbesucher da, wo er sie im Internet gesehen hat. Und vielleicht auch den Pizzabäcker, mit dem er vorher auf dem digitalen Rockkonzert gewesen war. "Das ist ein großer Unterschied", so Hummel, und es gebe Parallelen im Web 2.0: Anonyme Soziale Netze wie Myspace mit Tarn-Identitäten fielen klar zurück, während Netze mit Klarnamen wie Facebook boomten. "Die Menschen wollen was erleben."

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