Mittelstand

_

Interview: „Die E-Bilanz ist für Unternehmen von Vorteil“

Der deutsche Mittelstand leidet unter Bürokratie, teuren Krediten und mangelnden Fachkräften. Chancen sieht Ernst Burgbacher, Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung, in der E-Bilanz und einer Fachkräfte-Offensive.

Ernst Burgbacher (FDP) ist Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Quelle: Pressefoto BMWi
Ernst Burgbacher (FDP) ist Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.Quelle: Pressefoto BMWi

Handelsblatt: Herr Burgbacher, der Mittelstand klagt über überbordende Bürokratie. Haben Sie dafür Verständnis?

Anzeige

Burgbacher: Ja, dafür habe ich Verständnis. Allerdings gibt es durchaus positive Entwicklungen, die für unsere Unternehmen entlastend wirken.

Welche?

Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass wir es in enger Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium geschafft haben, beim Thema elektronische Bilanz (E-Bilanz) große Fortschritte für unsere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu erzielen. Die ursprünglichen Pläne hätten dazu geführt, dass Unternehmen ihre Angaben in der Steuerbilanz statt nach 23 Posten nach 599 Posten hätten differenzieren müssen. Das wäre mit enormem bürokratischem Aufwand verbunden gewesen. Ich verstehe zwar das grundsätzliche Interesse von Behörden an möglichst vielen Daten, als Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand liegt mein Hauptaugenmerk jedoch stets auf dem Mittelstand und der Vermeidung unnötiger Bürokratie für die Unternehmen. Deshalb freue ich mich, dass die elektronische Bilanz jetzt nur die Angaben umfassen wird, die bereits im Hauptbuch der Buchhaltung stehen.

Wollen Sie den Unternehmen die Steuerbehörden vom Hals halten?
Burgbacher: Davon kann nicht die Rede sein. Wir befürworten die E-Bilanz, denn sie ist für die Unternehmen von Vorteil. So kann sie sogar dazu führen, dass Unternehmen seltener mit Betriebsprüfungen rechnen müssen, weil Steuerbehörden mit den elektronischen Daten ein viel besseres Bild des Unternehmens zeichnen können. Wir haben dafür gesorgt, dass die E-Bilanz möglichst effektiv und mit möglichst wenig Aufwand für die Firmen zu realisieren ist. Niemand möchte ein zweites ELENA erleben, das Scheitern dieses elektronischen Meldeverfahrens zum Einkommensnachweis ist ein abschreckendes Beispiel.

Zu den großen bürokratischen Hürden zählen die Unternehmen regelmäßig die langen Aufbewahrungsfristen von derzeit zehn Jahren…

Auch an dieser Stelle gibt es Positives zu vermelden. Nach dem Kabinettsbeschluss über das Jahressteuergesetz 2013 von Ende Mai werden die Aufbewahrungsfristen für Unterlagen im Steuerrecht von bisher zehn ab 2013 auf acht und in einem weiteren Schritt ab 2015 dann auf sieben Jahre verkürzt.

Das bleibt deutlich hinter der Forderung des Bundeswirtschaftsministeriums zurück, die Aufbewahrungsfrist auf fünf Jahre zu verkürzen.

Verhandlungen ziehen immer Kompromisse nach sich, aber das Ergebnis, das wir jetzt erreicht haben, stellt aus meiner Sicht dennoch einen beachtlichen Fortschritt dar. Die erste Stufe der Verkürzung bringt für die Unternehmen eine jährliche Entlastung von 1,7 Milliarden Euro, in der zweiten Stufe sind es 2,5 Milliarden jährlich.

  • 08.11.2012, 10:18 Uhrcoachoutlettt


    Also expected Coach Factory Outlet to depart is Chanel Bags David Plouffe, one Coach Outlet of the president’s Coach Outlet closest confidants,the Coach Outlet coming negotiations Chanel Bags hold big risks Louis Vuitton for both parties and for the president’s ability.

  • 21.07.2012, 09:31 UhrBaldAuswanderer

    Super - 35.000€, das lockt hochqualifizierte Fachkräfte aus den Südstaaten der EU sicher an. Bei Steuerklase 3 darf man dann nur ca. 2800€ abgeben, 8% Durchschnittssteuersatz.

    Da hat wohl nur die Schweiz ähnliche Konditionen, z.B. Kanton Zug, Informatiker, 100.000€/Jahr, Steuersatz auch 8%.

    Hoffentlich merkelt es niemand!

  • Die aktuellen Top-Themen
Medienbericht: Google will W-Lan-Netze in Schwellenländern aufbauen

Google will W-Lan-Netze in Schwellenländern aufbauen

Die Hälfte der Menschheit hat keinen Zugang zum Internet. Der Suchmaschinenriese Google will das ändern und in Schwellenländern Afrikas und Asiens Netze aufbauen. Ganz uneigennützig sind die Pläne nicht.

IT-Sicherheit: Telekom will besseren Schutz gegen Cyberangriffe anbieten

Telekom will besseren Schutz gegen Cyberangriffe anbieten

Die Deutsche Telekom will neue Sicherheitsprodukte für Unternehmen auf den Markt bringen und so einen besseren Schutz vor Cyberangriffen bieten. Dazu wird eine eigene Einheit innerhalb des Konzerns gegründet.

Fernbus-Markt: Ab November geht der ADAC-Postbus auf Reisen

Ab November geht der ADAC-Postbus auf Reisen

Früher kam die Post mit der Kutsche. Jetzt kommt sie mit dem Bus: Zusammen mit dem Verkehrsclub ADAC drängt das Unternehmen auf den Fernbusmarkt. Bereits für 2014 hat sich die Deutsche Post ein ehrgeiziges Ziel gesteckt.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.