Interview
„Es gibt einen Nachholbedarf für gute Filme“

Im Frühjahr 2010 wird die Filmbranche durchstarten. Das glaubt zumindest Carl Woebken, Vorstandschef von Studio Babelsberg. Im Handelsblatt-Interview erklärt er, warum viele gute Filmprojekte wegen der Finanzkrise liegen geblieben sind - und warum sie jetzt aus der Schublade kommen könnten.

Herr Woebcken, ein Teil von Studio Babelsberg arbeitet kurz. Treten auch Sie als Unternehmer und Vorstandschef angesichts der Marktlage kürzer?

Wir arbeiten im Vorstand nicht kurz, aber wir werden solidarisch auch einen Gehaltsverzicht mitmachen.

Ein Filmstudio steht und fällt mit den Projekten. Wie sieht es denn mit dem Nachschub für Babelsberg aus?

Wir werden in diesem Jahr zwei weitere Filme vorbereiten. Das eine Projekt ist der Thriller "Unknown white male" mit Nick Leeson in der Hauptrolle. Das ist das erste Projekt aus unserer Kooperation mit dem Hollywood-Produzenten Dark Castle von Joel Silver. Wenn die Projekte in die Vorbereitung gehen, verdienen wir schon Geld. Denn zum einen werden die Studios vermietet und zum anderen müssen die Sets gebaut werden.

Der Kinobranche geht es im Vergleich zu anderen in diesem Jahr exzellent. Kommt der Boom der Filmtheater bei Ihnen an?

Wir stehen ganz am Anfang eines Entstehungszyklus des Films. Kinos stehen am Ende der Verwertungskette. Ihnen geht es glänzend. In Deutschland, ja weltweit, wird es Rekorde in diesem Jahr geben. Doch das hilft uns als Filmstudio leider derzeit wenig.

Warum? Hängt die Filmbranche wegen der Finanzkrise in diesem Jahr noch immer durch?

Die Marktsituation ist hervorragend, aber die Finanzierungssituation ist schwierig. Wir spüren noch immer die Folgen des Zusammenbruchs von Lehman Brothers im vergangenen Jahr. Die großen Medienkonzerne sind mit ihrer Filmproduktion in diesem Jahr untergetaucht.

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