Interview
Ludwig Georg Braun plant nicht mehr

Ludwig Georg Braun will Transparenz schaffen. Der Familienunternehmer setzt auf innovatives Management. Protzige Büros sind für ihn Vergangenheit. Seine Manager schickt er zum Kunden - und auf Planung verzichtet er. Im Interview erklärt er, wie das funktioniert.

Frage: Herr Braun, Sie haben vor acht Jahren bei B. Braun das mobile, vernetzte Büro eingeführt, in dem niemand mehr einen festen Schreibtisch hat. Kommen Sie mit Ihrem Rollcontainer als persönliches Büro aus?

Ludwig Georg Braun: Ich brauche den Container nicht mal mehr. Und mir geht es wie vielen. Über die Zeit haben sich zahlreiche Dinge erledigt, zum Beispiel, dass man einen Ort braucht, wo man seine unerledigte Arbeit stapelt. Oder Räume, in denen man Unterlagen einscannen kann. Wir sind mittlerweile alle voll digitalisiert.

Und es hat den Managern nichts ausgemacht, ihre Büros, die ja auch Statussymbole sind, zu verlieren?

Statussymbole zu verlieren war das geringere Problem. Viele Vorgesetzte haben schlicht einen großen Teil ihrer Tätigkeit verloren, weil wir auch den ganzen Planungsprozess abgeschafft haben.

Wie bitte? Sie planen nicht mehr?

Genau, wir planen nicht mehr. All dieses Zahlen sammeln, dieses Reporting, das ist eine umfangreiche Tätigkeit, die man vom Schreibtisch aus machen kann und die dem Mitarbeiter einen guten Grund gibt, nicht beim Kunden zu sein.

Aber Sie müssen doch irgendwelche Ziele vorgeben?

Wir tragen zusammen, wie es in den Märkten der Welt aussieht. Was sich dort verändert, wie der Trend der letzten Monate ist, ob sich das mit unseren Hochrechnungen deckt und wie wir weiter steuern müssen. Aber Pläne wie früher, wie viele Produkte man mit welchen Maßnahmen in welchen Ländern absetzen kann, das machen wir nicht mehr.

Und die Manager sind jetzt beim Kunden?

Zumindest sollten sie da sein. Das ist ja ihre große Aufgabe, dass sie draußen sind, um zu sehen, welche Veränderungen stattfinden. Welche Probleme die Verwender unserer Produkte haben und welche neuen Lösungen sie brauchen.

Neue Lösungen scheint auch B. Braun gesucht zu haben, wenn ich mir die futuristische Architektur Ihrer Firma anschaue. Warum ist Ihnen das wichtig?

Das ist die Kultur unseres Unternehmens. Wir können nicht den Anspruch haben, Produkte mit höchster Qualität anbieten zu wollen und gleichzeitig in minderwertigen Gebäuden arbeiten. Wir schaffen ein Ambiente, damit der Mitarbeiter sich mit dem Qualitätsanspruch identifiziert. Und senden ein Signal an unsere Kunden, dass es uns auf die Details ankommt, bei den Gebäuden und unseren Produkten.

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