Interview Marie-Christine Ostermann
„Irgendwann fliegen uns diese Schulden um die Ohren“

Die Jungen Unternehmer gehen auf die Barrikaden: Verbandschefin Marie-Christine Ostermann fordert eine radikale Umschuldung für Griechenland. Private Gläubiger müssten in die Haftung, sonst sehe es düster aus.
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Handelsblatt: Frau Ostermann, laut Umfragen sind die Grünen mittlerweile die zweitstärkste Partei in Deutschland, in Baden-Württemberg gibt es den ersten grünen Ministerpräsidenten. Weckt das bei Unternehmern Ängste?

Marie-Christine Ostermann: Nein, Ängste weckt das nicht. Winfried Kretschmann ist ein Pragmatiker. Seine grüne Partei muss allerdings ihre Wirtschaftskompetenz noch unter Beweis stellen. Die Grünen müssen zeigen, dass sie in der Praxis Ökonomie und Ökologie miteinander verbinden können.

Sind Sie da zuversichtlich?

Bisher sehe ich das eher kritisch. Da passt vieles noch nicht so recht zusammen. Die Grünen wollen beispielsweise die Generationengerechtigkeit im Grundgesetz verankern, aber dann wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Haushalt mit einer absoluten Rekordverschuldung aufgestellt. Das sind natürlich keine guten Bedingungen für die Wirtschaft und speziell nicht für die junge Generation.

Wo sehen Sie denn zurzeit überhaupt die politische Heimat der Unternehmer?

Ehrlich gesagt kann ich Ihnen derzeit keine Partei nennen, die unsere Interessen wirklich gut vertritt. Ich hoffe jedoch, dass die FDP sich wieder erholt, denn es ist wichtig, dass es eine liberale Partei in Deutschland gibt. Durch den Zickzackkurs der Regierung sind wir jedenfalls ziemlich verunsichert. Das zieht sich durch alle zentralen Themen, von der Atomenergie bis zur Euro-Rettung. Ganz schlimm ist auch die hohe Staatsverschuldung.

Warum ärgert sie das so besonders?

Als Unternehmer lebt man das Haftungsprinzip. Man trifft Entscheidungen und ist dabei vorsichtig, da man für diese Entscheidungen geradestehen muss. Dieses Haftungsprinzip muss nicht nur für Unternehmer und Privatpersonen, sondern auch für Banken und Staaten gelten. Es ist nicht korrekt, wenn ein Euro-Krisenland sagt: Ich bin zu groß, um pleite gehen zu können. Ihr müsst mich retten. Das ist eine Art Erpressung.

Dann müssten Sie sich ja konsequenterweise für eine Umschuldung Griechenlands einsetzen.

Der Verband "Die Jungen Unternehmer" hat sich schon vor einem Jahr, als die Griechenlandkrise aufgekommen ist, konsequent für eine Umschuldung ausgesprochen. Für uns ist das der einzig gangbare Weg, weil nicht alle Risiken beim Steuerzahler abgeladen werden dürfen und Griechenland sonst auch nie von diesen extrem hohen Schulden herunterkommen würde. Sparen alleine reicht da nicht mehr. Es müssen ja auch wieder Wachstumsimpulse gesetzt werden.

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„Irgendwann fliegen uns diese Schulden um die Ohren“

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"Mir fehlt die Generationengerechtigkeit"

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  • Ja, es ist wirklich schwierig gute Mitarbeiter zu finden! Aber nicht weil es nicht genügend Menschen in DE gäbe, sondern weil die Zahl derer die was auf dem Kasten haben und die sich wirklich engagieren wollen immer geringer wird :-/ Es gibt halt viel Mittelmaß und damit kann der Mittelstand nichts anfangen. Die Ursache dabei liegt oft im Elternhaus nicht in den gebotenen Bildungsmöglichkeiten. Deshalb sollte im Rahmen der Bildungsinformationen an die Erwachsenen kommuniziert werden, dass ihr künftiger Wohlstand im Alter auch von der leistungsorientierten Erziehung ihrer Kinder abhängt. Grüsse ihr trotz allem optimistischer MM von topfruits.de

  • absolut richtig , für Griechenland habe ich nur den BEgriff Konkursverschleppung übrig !!!
    2.) rente besser flexibel mit teil-rente + teil -arbeit
    in der Übergangszeit zw 55 + 70
    3.) degressive Rente !!! 20 Jahre voll dann degresiv , würde das Überalterungsproblem an der Wurzel packen

  • Aber ja doch, die Gewinner heißen Mülltonne,China und sonst noch ein paar kleine Fische.

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