Interview mit dem Expo-Planer Dietmar Schmitz
Gold für Deutschland

"Deutschland hatte großen Erfolg in Saragossa." Dietmar Schmitz ist für die Expo-Planung im Bundeswirtschaftsministerium verantwortlich. Im Interview mit Handelsblatt.com nimmt der Expo-Planer Stellung zu den deutschen Plänen für die nächste Weltausstellung.

Handelsblatt: Herr Schmitz, die Expo in Saragossa ist gerade zu Ende gegangen. Wie lautet ihr Fazit?

Dietmar Schmitz: Deutschland hatte großen Erfolg in Saragossa. Unser Pavillon war eine der Attraktionen auf der Weltausstellung und wurde mit dem "Golden Award" für die beste inhaltliche Umsetzung des Expo-Themas "Wasser und nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Außerdem konnten wir den Ruf Deutschlands als innovatives und technologisch hoch entwickeltes Land stärken.

War es denn notwendig, das deutsche Image zu verbessern?

Es kann in keinem Land schaden, sich von seiner besten Seite zu präsentieren. Das ist gerade mit Blick auf die Unterstützung der Exportwirtschaft sehr wichtig. Die Expo ist eine großartige Chance vor allem auch für kleine und mittelständische Unternehmen, ihre Innovationen im Ausland zu präsentieren. In Saragossa konnten wir zeigen, dass wir in der Lage sind, auf Fragen Antworten zu finden, zum Beispiel beim Thema Wasserknappheit.

Geht es bei der Expo auch darum, Vorurteile abzubauen?

Die Weltausstellungen sind auch dazu da - und das nutzen alle Teilnehmer gleichermaßen - das eigene Land als attraktives Reiseziel vorzustellen. Und dabei kann man ruhig auf Klischees zurückgreifen. Wir hatten in Saragossa ja auch ein Restaurant mit landestypischen Speisen und Getränken sowie einen Souvenirshop in unserem Pavillon. Parallel dazu können und müssen natürlich auch Innovationen rund um das Expo-Thema gezeigt werden.

Warum steckt die Bundesregierung so viel Energie in die Teilnahme an den Weltausstellungen?

Die Vereinigten Staaten waren nicht in Saragossa vertreten. Andere Länder haben sich bei der Gestaltung ihrer Pavillons wesentlich weniger Mühe gegeben. Wir sind seit 1932 Mitglied im Internationalen Ausstellungsbüro. Das gibt uns die Möglichkeit, mitzureden und mitzuplanen, aber das verpflichtet natürlich auch. Keine Industrienation kann es sich heute noch leisten, sich nicht an einer Expo zu beteiligen. Und ich kenne auch kaum Länder, die sich das trauen. Wir können uns nicht einerseits mit dem Titel des Export-Weltmeisters schmücken und dann nicht an Weltausstellungen teilnehmen.

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