Interview mit HCM Capital
Ein Finanzinvestor für den Bäcker um die Ecke

HCM Capital hat als Finanzinvestor Kleinstunternehmen im Blick. Im Interview erklärt Geschäftsführer Franco Mathias, warum sich auch Beteiligungen an Handwerksbetrieben lohnen - und was den Reiz dieser Nische ausmacht.
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Herr Mathias, mit ihrer Firma HCM Capital investieren sie in Handwerksbetriebe, Ergotherapien oder etwa Bäckereien. Ist das denn ein lukratives Geschäftsfeld für einen Finanzinvestor?
Franco Mathias: Aus Sicht klassischer Venture-Capital-Gesellschaften ist das Geschäft nicht lukrativ, da viele Venture-Capitalists nach den großen Deals mit einer klar absehbaren Exit-Strategie suchen. Wir haben einen anderen Hindergrund und eine ganz andere Kostenbasis, deswegen können wir uns erfolgreich in diesem Klientel bewegen.

Und es gibt Ihnen nicht zu denken, dass außer ihnen so gut wie kein Finanzinvestor in diesem Segment mit Investitionen in Höhe von 10.000 bis 150.000 Euro tätig ist?
Keineswegs, wir bewegen uns eben in einem Bereich der von den klassischen Venture-Capitalists und vielen Business Angels schlicht und einfach nicht wahrgenommen wird.

Von der öffentlichen Hand aber sehr wohl. In den Bundesländern gibt es mittelständische Beteiligungsgesellschaften, die Ihren potenziellen Kunden finanziell unter die Arme greifen sollen. Harte Konkurrenz für Sie?
Nicht unbedingt. Wir wollen mit den mittelständischen Beteiligungsgesellschaften vielmehr zusammenarbeiten. Ganz abgesehen davon, dass kleine Betriebe nicht deren Hauptzielgruppe sind - was sich schon an den eingegangenen Beteiligungen ablesen lässt, die im Schnitt oft bei 200.000 Euro liegen. Wir hingegen fokussieren uns nicht auf den klassischen Mittelständler mit mehreren hundert Mitarbeitern und 50 Millionen Euro Jahresumsatz, sondern auf kleine Unternehmen, die nur ein paar Millionen Euro Umsatz erwirtschaften.

Und was ist mit privaten Investoren? In den vergangenen Jahren stehen immer mehr ehemalige Manager mit Rat und Tat dem Mittelstand zur Seite.
Business Angel bewegen sich eher im technischen Umfeld und suchen in der Regel nach einer echten Beteiligung, bei der es letztlich wiederum um eine Exitlösung geht. Das machen wir nicht.
Ursprünglich haben Sie in Ostdeutschland einen Heizungssanitärhandel aufgebaut. Wie sind Sie denn dann auf die Idee gekommen, zum Finanzinvestor für Kleinunternehmen zu werden?
Angefangen hat alles mit meiner Beratertätigkeit für kleine Unternehmen. Diese haben nämlich die gleichen Probleme wie große Konzerne. 16 Jahre lang habe ich Betriebe mit den Schwerpunkten Coaching, Sanierung, Ausgliederung oder Nachfolge beraten. Wenn man so will war und ist HCM  nicht nur Finanzinvestor, sondern auch so etwas wie Roland Berger für kleine Leute. Basierend auf dieser Beratungstätigkeit haben wir dann den Finanzbedarf kleiner Betriebe erkannt - und darauf reagiert. Warum soll man Finanzgeschäfte nicht auch mit der Bäckerei um die Ecke abschließen können? Der Markt ist riesig.

Kommentare zu " Interview mit HCM Capital: Ein Finanzinvestor für den Bäcker um die Ecke"

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  • Internet sei Dank!
    Ich bastle selbst gerade an einem Businessplan und habe mit Interesse den Artikel gelesen. Vieles was in dem Artikel thematisiert wird stimmt: Richtiges Venture Capital für kleine, vor allem dienstleistungsorientierte Unternehmen existiert faktisch nicht in Deutschland.
    Wenn man im Internet ein wenig über HCM nachforscht (es sind wirklich nur ein paar Clicks nötig)könnte man allerdings auch das Gefühl haben, dass etwas nicht mit HCM stimmt. Das fängt mit der Firmierung "HCM Handwerk Capital Management Ltd. & Co. KG" mit einem Haftkapital von 1 britischen Pfund an läßt sich fortführen mit Erfahrungsberichten von ehemaligen "Kunden" von HCM.

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