INTERVIEW
Partner statt Bittsteller

Carl-Dietrich Sander ist Unternehmensberater und Leiter der Fachgruppe Rating und Finanzierung im KMU-Beraterverband.

Die Mehrheit der Firmenchefs glaubt, ausreichend über die Bedeutung von Finanzkommunikation informiert zu sein. Wie ist Ihre Erfahrung?

Viele Unternehmer haben sich schon frühzeitig vor drei, vier Jahren mit dem Thema Rating beschäftigt ­ aber oft leider seitdem nichts mehr unternommen, um sich fit zu halten. Wenn Sie heute ein Seminar zum Thema anbieten, bleiben die Plätze leer. Leider. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei vielen Firmenchefs, abgesehen von einer Reihe allgemeiner Informationen, nicht viel übrig geblieben ist. Es fehlt vielfach das nötige Detailwissen. Welche Folgen hat ein eher rudimentäres Basiswissen? Ohne Detailwissen ist es gar nicht möglich, mit dem Firmenkundenberater eines Kreditinstituts auf Augenhöhe zu kommunizieren. Das aber ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Finanzkommunikation. Wenn der Unternehmer nicht richtig vorbereitet ist, wird das Bankgespräch schnell zu einem Frage-Antwort-Spiel: Banker fragt, Unternehmer antwortet. Rein psychologisch betrachtet, dauert es nicht einmal eine halbe Stunde, dann ist die Verhandlungsmacht des Firmenlenkers deutlich reduziert. Basel II tritt offiziell erst 2007 in Kraft. Die Banken haben ihre Kunden aber längst geratet. Ist das den Unternehmern bewusst? Seit 2003 werden die Unternehmen von ihren Banken geratet ­ nur haben viele Banken bisher nicht darüber geredet. Anstatt das Rating als Basis für eine intensive Kommunikation zu nehmen, wird noch immer Stillschweigen bewahrt. Unternehmer wissen oft nicht, warum ihnen welche Kreditkonditionen angeboten werden oder sie gar leer ausgehen.

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