Interview
„Wir profitieren von der Krise“

Es gibt nur wenige Firmen, die es in den Duden geschafft haben. Torkret ist so eine. Noch heute bezeichnet man das Verfahren, mit dem Beton mit Pressluft auf Wände gespritzt wird, als torkretieren. Wie der Vorstandschef des Essener Konzerns Andreas Schmieg sein Unternehmen durch die Krise führen will.

Handelsblatt: Rechnen Sie als Chef des Mittelständlers Torkret damit, dass die Finanzkrise eine neue Krise am Bau auslöst?

Andreas Schmieg: Für Torkret, als Spezialist in der Nische Spritzbeton und Gebäudesanierung, sehe ich keine Krise. Im Gegenteil, Torkret wird von den Konjunkturprogrammen profitieren, die die Gebäudesanierung zum Ziel haben. Die Baubranche insgesamt wird aber wohl die Abkühlung spüren. Es waren selten so wenig große Neubauprojekte in der Pipeline. Insbesondere der Gewerbebau wird darunter stark leiden.

Welche Probleme fürchten Mittelständler in der Krise besonders?

Keine Kredite mehr von den Banken zu bekommen. Gott sei dank ist das Familienunternehmen Torkret in der Lage, sich selbst zu finanzieren.

Wird es eine neue Pleitewelle am Bau geben?

Nein, nicht in diesem Jahr. Viele Unternehmen können noch ihren zum Teil hohen Auftragsbestand abarbeiten. Aber sollte die Krise länger anhalten, könnte es hart werden.

Was halten Sie von den Konjunkturprogrammen des Bundes?

Torkret ist prädestiniert für die Sanierung zum Beispiel von Schulgebäuden. Dafür können wir inzwischen sogar Komplettangebote machen. Doch im Moment spüren wir noch nichts, außer dass viel über die Verteilung von Geldern zu lesen ist. Neue Aufträge sind noch nicht in Sicht. Vielfach wird in den Kommunen noch abgewartet, da unklar ist, wie das Geld in Projekte übergehen soll.

Wann wird es denn losgehen?

Wir erwarten, dass es spätestens im zweiten Halbjahr losgehen wird. Der Bedarf ist ja für alle sichtbar.

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