Interview „Wir haben erkannt, dass es falsch war“

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"Wir verbringen nicht den ganzen Tag am Strand"

Ist es eigentlich noch zeitgemäß, dass ein Unternehmen dieser Größenordnung, mit 100.000 Mitarbeitern und 35 Milliarden Euro Börsenwert, von drei einzelnen Menschen beherrscht wird?

Stefan Quandt: Sind Sie jetzt mit Frau Wagenknecht in einem Verein?

Wir fragen Sie.

Stefan Quandt: Es ist zeitgemäß. Wir sind ja auch am Risiko beteiligt. Außerdem geben wir dem Unternehmen als Ankeraktionäre Stabilität - und das wird in diesen Zeiten auch geschätzt.

Gleichwohl ist es eine enorme Konzentration von Vermögen.

Stefan Quandt: Das bringt die Marktwirtschaft mit sich, für deren Erläuterung in der Breite wir nach wie vor den Medien-Preis verleihen.

Ihre Familie hat bei BMW zuletzt 365 Millionen Euro Dividende kassiert. Was machen Sie eigentlich mit dem ganzen Geld?

Stefan Quandt: Wir verwenden das Geld, um das Vermögen zu stabilisieren. Ich habe keinen großen Geldspeicher wie Dagobert Duck.

Empfindet man Dankbarkeit, wenn man so große Vermögen geerbt hat?

Stefan Quandt: Wir arbeiten. Wir verbringen nicht den ganzen Tag am Strand. Wir müssen uns um unsere Sicherheit und die der Kinder Sorgen machen. Wir tragen Verantwortung für die Menschen, die in unseren Unternehmen arbeiten. Sicher, wir sind reich. Ich beschwere mich nicht. Es ist auch das Leben, das ich führen möchte. Es hat aber nicht nur Vorteile. Ich habe Freunde, die sagen: Ich möchte mit dir nicht tauschen.

Von Dankbarkeit sprechen Sie nicht.

Stefan Quandt: Ich habe mir die Frage nie groß gestellt. Ich bin da hineingewachsen.

Die meisten Kinder lieben ihre Väter und Großväter. Sie stehen in der Situation, sich von ihnen ganz oder teilweise distanzieren zu müssen.

Stefan Quandt: Der Zwiespalt ist riesig und schmerzhaft.

Gabriele Quandt: Es tut weh. Günther Quandt ist unser Großvater. Aber wir hätten gerne einen anderen gehabt. Besser gesagt: Wir hätten ihn gerne anders gehabt.

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