Intralogistik erschließt neue Märkte
Der Materialfluss birgt großes Sparpotenzial

Intralogistik ist der neue, zukunftsweisende Begriff für eine Branche, die in Europa rund 1 500 Unternehmen umfasst. Diese haben im vergangenen Jahr mit rund 150 000 Beschäftigten einen Umsatz von 22 Mrd. Euro erwirtschaftet.

HB DÜSSELDORF. Intralogistik beschreibt den innerbetrieblichen Material- und dazugehörigen Informationsfluss, der zwischen den unterschiedlichsten Logistikknoten stattfindet. Dazu zählt der Materialfluss in der Produktion und Distribution, in Warenverteilzentren, in Flug- und Seehäfen. Zur Branche zählen Flurfördergerätehersteller, Lagertechnik-Produzenten, Hebezeuganbieter, Softwareentwickler sowie Anbieter von automatischen Lager- und Umschlagsystemen.

Die Bedeutung der Branche wird auf Grund der zunehmenden Globalisierung und Arbeitsteilung in den kommenden Jahren weiter steigen, da die Komplexität der Produktionsprozesse und damit die Anforderungen an die intralogistischen Leistungen zunehmen werden.

Für das laufende Jahr geht die deutsche Intralogistik-Branche von einem Wachstum von fünf Prozent aus, was verglichen mit den moderaten Wachstumsraten der gesamten Wirtschaft hervorragend ist. Dieses Wachstum ist durchaus noch steigerungsfähig, hat die Branche doch durch die EU-Osterweiterung einen neuen Schub bekommen. Intralogistik optimiert die Wertschöpfungskette und birgt enorme Einsparpotenziale. Experten sehen insbesondere in den neuen EU-Beitrittsländern noch große Verbesserungsmöglichkeiten in der innerbetrieblichen Wertschöpfungskette.

Die deutsche Intralogistik-Branche ist international aufgestellt. Im vergangenen Jahr wurde ein Außenhandelsanteil von 7,6 Mrd. Euro erzielt, damit sind die Intralogistiker wie der deutsche Maschinenbau insgesamt Exportweltmeister.

Einen weiteren großen Markt sieht die Branche in China, wo noch enorme Potenziale in der Wertschöpfungskette liegen. Der chinesischen Wirtschaft gehen durch unzureichende Verpackungstechnologien jährlich zum Beispiel rund 1,8 Mrd. Dollar verloren. Verluste von mehr als 6 Mrd. Dollar gehen zu Lasten ineffizienter Transport- sowie Be- und Entladevorgänge. Durch unsachgemäße Lagerung gehen jährlich weitere 1,25 Mrd. Dollar verloren. Wenn man diese Zahlen betrachtet, ist es nicht verwunderlich, dass für die Weiterentwicklung von Warenwirtschaftssystemen sowie für Dienstleister in der Optimierung der innerbetrieblichen Logistik ein gigantischer Markt besteht.

Dem spezifischen Bedarf in China, aber auch den internationalen Wachstumspotenzialen der Intralogistik widmet sich auch die Deutsche Messe AG. Zu den Angeboten zählt die Intralogistik-Messe Cemat Asia, die im Jahr 2000 etabliert wurde und in diesem Jahr erstmals komplett ausgebucht ist.

In Deutschland bietet die Deutsche Messe AG gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im kommenden Herbst mit der Leitmesse Cemat 2005 erstmals eine eigenständige Plattform, auf der die Intralogistik-Hersteller ihr Leistungsportfolio präsentieren können. Die Veranstaltung bietet auch begleitende Foren, um sich inhaltlich zu einzelnen Themen der Intralogistik zu informieren. Insgesamt werden auf Grund der wachsenden Dynamik in der Branche über 1 000 Aussteller und mehr als 50 000 Besucher erwartet.

Sepp Heckmann ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG.

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