Intralogistik Hoffnung ruht weiter auf Schwellenländern

In China und Indien ist der Intralogistik-Markt zuletzt mit atemberaubendem Tempo gewachsen. Trotz der weltweiten Rezession werden Kunden aus Schwellenländern weiter für Wachstum sorgen, hoffen die Anbieter. Insbesondere durch Messen in den Schwellenländern wollen die Firmen punkten.
  • Benjamin Triebe
Intralogistikanbieter setzen auf Messen in den Schwellenländern. Quelle: Reuters

Intralogistikanbieter setzen auf Messen in den Schwellenländern.

(Foto: Reuters)

KÖLN. Mitte Dezember war die Wirtschaftskrise schon in aller Munde. Trotzdem herrschte auf dem Messegelände im indischen Bangalore geschäftige Normalität: Tausende Besucher und 149 Aussteller trafen sich auf der Intralogistik-Messe „Cemat India“. Mit dabei waren auch 33 Aussteller aus Deutschland, die Kunden in Indien gewinnen wollen. Denn in Schwellenländern ist der Intralogistik-Markt zuletzt mit atemberaubendem Tempo gewachsen. Die deutschen Exporte der Branche nach Indien legten 2008 nach Angaben des Verbandes deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) um 48 Prozent zu, die Exporte nach China um 39 Prozent. Das Reich der Mitte ist inzwischen zum achtgrößten Kunden deutscher Intralogistiker aufgestiegen.

Trotz der weltweiten Rezession werden Kunden aus Schwellenländern weiter für Wachstum sorgen, hoffen die Intralogistik-Anbieter. Zwar rechnet der VDMA für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang der deutschen Intralogistik-Branche von acht Prozent. Doch dank der Nachfrage aus Indien und China könnte sich das Blatt bald wieder wenden. „Die aktuelle Wirtschaftskrise trifft auch die Schwellenländer“, sagt Helmut Limberg, Vertriebsvorstand von Jungheinrich. „Langfristig hat unsere Branche hier aber erhebliches Wachstumspotenzial.“

Jungheinrich ist deshalb international aufgestellt: 2007 wurden 75 Prozent des Umsatzes von zwei Mrd. Euro im Ausland erwirtschaftet. In Indien und der Region des persischen Golfs vertreibt Jungheinrich seine Produkte über ein Händlernetz. In Singapur, Thailand und China besitzt das Unternehmen eigene Vertriebsgesellschaften.

Dass deutsche Intralogistiker vom langfristigen Wachstumstrend in Schwellenländern profitieren werden, belegt auch eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Brainnet. Danach wird es in 20 Jahren rund 30 Metropolen mit mehr als zehn Mio. Einwohnern geben. Von diesen Megastädten liegen 20 in Entwicklungs- und Schwellenländern. Hier müssen auf engstem Raum Güter gelagert, verpackt, transportiert und verteilt werden – eine Herausforderung auch an die betriebsinterne Logistik.

Allerdings braucht es nicht immer einen Messeauftritt, um im Ausland einen Fuß in die Tür zu bekommen. Das Unternehmen „AMI Förder- und Lagertechnik“ aus Alpenrod steigerte seine Exporte zuletzt dreimal um acht Prozent pro Jahr. Dabei besitzt der Hersteller von Förderanlagen mit 63 Mitarbeitern keine Vertriebsmöglichkeiten außerhalb Deutschlands. „Wir profitieren von der langjährigen Kooperation mit verschiedenen Generalunternehmern, die ihr Auslandsgeschäft stärker fokussieren“, sagt Geschäftsführer Jonny Schmidt.

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