Investitionen geplant
Italien trifft Vorsorge für Wassernotstand

Ein extrem trockener Frühling, nahezu aufgebrauchte Wasserreserven und ein veraltetes Wassernetz setzen Italiens Wirtschaft derzeit in Alarmstimmung. Es besteht Gefahr, dass andauernde Trockenheit das Land in eine neuerliche Energie- und Wasserkrise stürzt. Neue Investitionen stehen an.

bfai MAILAND. Die Regierung hat eine Task Force eingerichtet und will Notstandsmaßnahmen erlassen, um einen Blackout zu verhindern. Die Investitionen in das veraltete und poröse Wassernetz sollen beschleunigt und der Betrieb des Wassernetzes den Regionen übertragen werden.

Der Präsident des italienischen Industriellenverbandes, Luca di Montezemolo, befürchtet, dass sich die Energie- und Wasserkrise des Sommers 2003 mit schwerwiegenden Auswirkungen auf Industrie und Agrarwirtschaft in den kommenden Monaten wiederholen könnte. Die Landwirtschaft ist mit 60 Prozent vor der Industrie (20 Prozent) der primäre Wasserverbraucher. Die Kapazitäten der Wasserkraftwerke werden derzeit landesweit nur minimal genutzt. Da der norditalienische Fluss Po im Monat April den historisch niedrigsten Wasserstand erreichte, laufen die vom Po versorgten sechs Wasserkraftwerke derzeit auf Minimaltouren, und nutzen nur 3000 MW der insgesamt 8000 MW-Kapazität.

Wasserkraft hat in der italienischen Energiewirtschaft hohen Stellenwert inne. Italien gewinnt knapp 16 Prozent seines Stromes aus erneuerbaren Energien. Den größten Anteil daran hat Energie aus Wasserkraft, die rund 14 Prozent des gesamten Bedarfs bestreitet. Nun versucht die Regierung, mit Wind-, Sonnen-, Fotovoltaik -und Biomasseanlagen alternative Lösungen zu fördern, um die Abhängigkeit von dem immer knapper werdenden Wasser zu verringern. Deutsche Unternehmen haben beim derzeitigen Nachfrageboom nach alternativen Energiequellen günstige Chancen. Mehrere deutsche Energie- und Anlagenfirmen haben in jüngster Zeit in Italien eine Niederlassung gegründet (Conergy) oder planen hier einen Firmensitz. Die IBC Solarenergie AG (Bad Staffelstein) hat durch ihre innovative, bei der deutschen Schule in Rom installierte Fotovoltaikanlage mit 23,38 kWp bereits in den italienischen Fachmedien großes Echo gefunden.

Günstige Chancen für deutsche Firmen ergeben sich auch aus den dringend notwendigen Investitionen in das Wassernetz. Laut einer Untersuchung der Mailänder Investmentbank Mediobanca müssen mindestens 50 Mrd. Euro in den nächsten Jahren investiert werden, um 50 000 km der Netzleitung voll zu erneuern bzw. um die Leitungen zu reparieren. Rund 42 Prozent des in den 291 000 km Leitungen transportierten Wassers gehen infolge des katastrophalen Zustandes der meisten Leitungen verloren. Laut einer vom Umweltverband Legambiente erstellten Untersuchung über das italienische Wassernetz "Rapporto H2O" (Wasser-Rapport) wird dessen Durchschnittsalter mit 32 Jahren angegeben.

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