Investitionen steigen
Unternehmen trauen sich nach Afghanistan

Die Investitionen in- und ausländischer Unternehmen in Afghanistan steigen – wenn auch auf niedrigem Niveau. Nach wie vor aber hemmt die angespannte Sicherheitslage die Unternehmer.

bfai TEHERAN/KABUL. Die afghanischen Investitionsbehörde AISA ist bemüht, Bürokratie und Hürden bei der Registrierung und der Umsetzung von Vorhaben auszuräumen. Um den Wiederaufbau zu flankieren, hat die Weltbank dem Land ein Darlehen in Höhe von 133,8 Mrd. US-Dollar gewährt.

Nach Angaben der afghanischen Investitionsbehörde AISA haben sich seit 2003 mehr als 6 200 Unternehmen als Investoren in Afghanistan registriert. Das entsprechende Investitionsvolumen wird mit etwa 2,4 Mrd. US-Dollar angegeben. Unter den ausländischen Unternehmen befinden sich weltweit bekannte Marktführer, zum Beispiel DHL, Coca Cola, Siemens, Tobishima Japan, Serena Hotel, British Petroleum, Alfalah Bank, First Microfinance Bank, Air Arabia, Habib Bank, Roshan, Afghan Wireless und Alcatel.

Die Liste der Investitionen ist lang, eine Auswahl:

  • Wardak Oil and Gas Corp. (Deutschland): Projektziel ist der Aufbau einer sicheren Infrastruktur für die Benzinversorgung Kabuls und die Übernahme von bis zu 15 Tankstellen in der Hauptstadt. Etwa 380 neue Arbeitsstellen sollen geschaffen werden, das Investitionsvolumen liegt bei 23 Mill. Euro.
  • Prilhofer Precast Corp. (Deutschland): Gründung eines Werkes für Betonfertigteile, Schaffung von ungefähr 200 neuen Stellen, das Investitionsvolumen liegt bei etwa 10 Mill. US-Dollar.
  • Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR): Reparatur- und Service-Werkstatt für Fahrzeuge, Privatisierung innerhalb von 4 Jahren geplant, Investitionsvolumen 0,38 Mill. US-Dollar.
  • Barwil Shipping Pvt. Ltd. (Pakistan): Das Logistikunternehmen für Transporte will landesweit Zweigstellen eröffnen.
  • Zarif Polymer (Iran): Das Unternehmen plant eine Fabrikanlage zur Produktion von Pharmaka.
  • NEI (Niederlande): Das Unternehmen ist aus einer Nichtregierungsorganisation hervorgegangen, es ist auf Sojabohnen spezialisiert und arbeitet in den nördlichen Provinzen.
  • Najib Zarab Construction Co: Die Baufirma plant ein Stadion für 60 000 Zuschauer, eine Moschee für 5 000 Gläubige sowie ein Krankenhaus, einen Kindergarten und Schulen. Es sollen 1 000 Arbeitsplätze geschaffen werden.
  • Nestle Comp. (Schweiz): Geschäftsfeld ist die Mineralwasserproduktion in Kabul, geplante Investitionen 15 Mill. US-Dollar.
  • Helion Liquorices Corp. (Deutschland): Der Getränkeproduzent will über 250 Arbeitsplätze schaffen und etwa 3,8 Mill. US-Dollar investieren.

Einige Projekte sind schon ein gutes Stück vorangekommen: So wurde Anfang November 2006 mit der chinesischen Firma ZTE ein Vertrag über den Bau eines 3 300 km langen Glasfaserkabelnetzes abgeschlossen. Das Vorhaben, Fertigstellung in 26 Monaten, erfordert Investitionen in Höhe von 64,5 Mill. US-Dollar. Es sind Verbindungen zur Provinz Ghazni und entlang der landesweiten "ring roads" (bis Kandahar, Herat, Balkh und zurück nach Kabul) vorgesehen. Das Netz soll die landesweite Kommunikation verbessern und Verbindungen zu den Nachbarstaaten ermöglichen.

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