Investitionsboom
Polen zieht Japans Firmen an

Polen hat sich als attraktiver Standort für Unternehmen aus Asien etabliert. Im vergangenen Jahr überstiegen die Investitionen von Unternehmen aus Fernost alle Erwartungen des Landes. Vor allem für die Herstellung moderner Unterhaltungselektronik, aber auch als Autoproduzent ist es eine bevorzugte Adresse. Die Konkurrenz für deutsche Unternehmen wird damit immer größer.

WARSCHAU. Japan allein investierte im vergangenen Jahr fast 600 Mill. Euro in Polen. Insgesamt zog das Land nach Angaben der Nationalbank in Warschau 2006 ausländische Direktinvestitionen in Höhe von fast 12 Mrd. Euro an – rund doppelt soviel wie im Vorjahr. „Diese Summe hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen", sagt Andrzej Kanthal, Chef der staatlichen Agentur für Auslandsinvestitionen.

Gerade die Unternehmen aus Asien haben zu diesem starken Anstieg beigetragen. Damit entwickelt sich Polen zu einem Zentrum für die Herstellung moderner Unterhaltungselektronik in Europa, aber auch als Autoproduzent ist es eine bevorzugte Adresse. Zu den japanischen Konzernen, die Produktionsbetriebe in Polen aufbauen, gehören Sharp, Bridgestone, Toshiba, Toyota, Orion Electric und Funai.

Allein Sharp will in dem neuen Werk für Flachbildschirme in der Nähe von Thorn mehr als 3 000 Arbeiter beschäftigten. Bridgestone baut eine Reifenfabrik mit fast 800 Beschäftigten im pommerschen Stardgard Szczecinski. Die japanische Initiative hat auch die amerikanische Konkurrenz auf den Plan gerufen. So baut Dell eine Fabrik für Unterhaltungselektronik mit 3 000 Beschäftigten in Lodz.

Die deutschen Investoren in Polen geben sich trotz des scharfen Wettbewerbs gelassen. Immerhin seien alle großen deutschen Unternehmen seit Jahren hier aktiv, sagt der Geschäftsführer der deutsch-polnischen Industrie- und Handelskammer, Lars Bosse. „Für sie steht jetzt das Thema Erweiterungsinvestitionen auf der Tagesordnung“, betont Bosse. Das gelte vor allem für schon bestehende Produktionseinheiten.

Mit dem starken Investitionsanstieg 2006 hat Polen auch die wichtigsten Konkurrenten in der Region wie Tschechien, Ungarn und die Slowakei weit hinter sich gelassen. Allerdings ist in diesen Ländern der Ge-samtbestand an Direktinvestitionen pro Einwohner immer noch höher.

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