Investitionseinbruch
Büromöbelhersteller Samas rutscht in die Zahlungsunfähigkeit

Ein deutlicher Einbruch bei den Investitionen in Büroausstattungen bringt die ganze Branche in finanzielle Schwierigkeiten. Zahlreiche Mittelständler sind in der Klemme. Jetzt meldete Markenhersteller Samas als erstes Unternehmen Insolvenz an.
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DÜSSELDORF. Die Wirtschaftskrise hat in der Büromöbelbranche ihr erstes Opfer gefunden: Der Markenhersteller Samas hat am Dienstag am Firmensitz in Worms einen Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte Samas-Chef Christian Narwin am Mittwoch dem Handelsblatt.

Betroffen seien alle 15 Unternehmen der Samas-Gruppe, darunter Traditionsmarken wie Fortschritt, Schärf, Martin Stoll oder Drabert, sagte Narwin. Ausgenommen sei lediglich die Firma Nick Metallbau aus Lampertheim, an der Samas eine Mehrheitsbeteiligung hält.

Die deutsche Samas-Gruppe beschäftigt rund 1 000 Mitarbeiter in Worms (Rheinland-Pfalz), Minden (Nordrhein-Westfalen) und Trebbin (Brandenburg). Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 179 Mio. Euro, doch schon im Geschäftsjahr 2008/2009 war ein Verlust von 3,7 Mio. Euro angefallen. Der Schuldenberg war insgesamt auf etwa 22 Mio. Euro gewachsen.

Der zur Berliner Christ Capital AG gehörende Finanzinvestor Innovation Change hatte im Juli 74 Prozent der Anteile an der deutschen Samas-Gruppe übernommen. Die Samas-Geschäftsführer Narwin und Jörg Pannekoike hatten sich insgesamt mit 20 Prozent am Unternehmen beteiligt.

Die niederländische Muttergesellschaft Samas NV war Ende 2008 in unlösbare finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte sich nach und nach von ihrem gesamten operativen Geschäft getrennt.

Doch nur wenige Monate nach dem ersten Rettungsversuch musste jetzt die deutsche Samas-Gruppe aufgrund von Liquiditätsproblemen den Gang zum Insolvenzrichter antreten.

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  • Es ist schon dubios den Namen Harald Christ erneut in Verbindung einer insolvenz zu lesen. Vor allem wenn sich diese Geschichte wiederholt "der sich in der Zwischenzeit von seinen Finanzbeteiligungen wieder getrennt hat". Wer die Geschichte von der Reformhauskette Vitalia verfolgt hat, kann hier eindeutige paralellen entdecken. Die Masche ist immer die gleiche:
    Zwei Personen übernehmen mit einem Knebelvertrag Anteile von einer Firma, in diesem Fall Harald Christ und Herr Narwin. Die restlichen Anteile werden anschließend erpresst, sollte das nicht gelingen wird insolvenz angemeldet. (Da natürlich nicht keiner seine Anteile verschenkt)
    bei dem Fall Vitalia ist mit Sicherheit das selbe passiert:
    Zwei Personen Harald Christ und Herr Vorsteher übernehmen 51% der Anteile, Harald Christ zieht sich zurück, die hälfte der Anteile geht an Hr. Vorsteher = dadurch 51% bei einer Person. Restlichen 49% werden erspresst, geht das nicht wird insolvenz angemeldet (Siehe sämtliche News darüber). Kombiniert mit falscher PR um das ganze zu verschleiern.

    Das schlimme daran ist, Herr Christ ist Mittelstandsbeauftragter bei der SPD. Ein Riesen Skandal!!! Gleichzeitig der ideale Posten um Mittelständige Unternehmen mit Liquiditätsproblemen ausfindig zu machen, da hier per Rundschreiben vom jeweiligen Unternehmen ein investor gesucht wird.

    @ Handelsblatt vielleicht sollten Eure Leute mal recherchieren, bei gründlicher Analyse habt ihr eine "echte" Titelstory.

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