Investitionsklima-Umfrage
Lob für Estland, Rüffel für Polen

Deutsche Unternehmen sind mit dem Erfolg ihrer mittel- und osteuropäischen Projekte zufrieden. Das Verhältnis von Lohnkosten, Produktivität und Leistungsbereitschaft zieht weiterhin viele Firmen an, geht aus einer AHK-Umfrage hervor. Sechs Länder erhalten dabei besonders gute Noten, zwei Staaten würden die Manager nie wieder als Standort wählen.

BERLIN. Die deutsche Wirtschaft hat bisher mehr als 50 Mrd. Euro in den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) investiert. Rund 10 000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung sind dort tätig - vom kleinen Vertriebsbüro bis zum hochmodernen Kfz-Werk. Das Engagement ist trotz der Präsenz vieler großer Konzerne vor allem durch kleine und mittlere Betriebe geprägt. Diese sind stark in die nationalen Volkswirtschaften integriert, wodurch ihr Erfolg maßgeblich von den strukturellen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen vor Ort beeinflusst wird, die von Land zu Land unterschiedlich sind.

Um hier einen Ländervergleich zu erleichtern, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Jahr 2006 erstmals eine abgestimmte Umfrage zum Investitionsklima in der Region durchführen lassen. Zwölf Auslandshandelskammern (AHK) und Delegiertenbüros in 14 Ländern befragten Manager von insgesamt 978 Unternehmen, die detailliert die Investitionsbedingungen in ihrem Gastland bewertet haben.

Demnach ist eine deutliche Mehrheit der Unternehmen mit dem Erfolg ihrer mittel- und osteuropäischen Projekte zufrieden. Im Durchschnitt aller Länder sagten etwa vier von fünf Unternehmen, dass sie ihre Investition auch heute wieder im selben Land wiederholen würden. Die konjunkturelle Situation wird insgesamt als durchaus günstig beurteilt, auch für 2006 werden erneut gute Geschäftsergebnisse erwartet.

Die EU-Kommission rechnet mittelfristig mit Wachstumsraten in den neuen Beitrittsländern, die doppelt so hoch sind wie die in der alten EU. Die deutschen Unternehmen haben nach Ansicht des Staatssekretärs im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Joachim Wuermeling, mit der erforderlichen Risikobereitschaft die wirtschaftlichen Chancen im östlichen Europa gut genutzt und auch kräftige Zuwächse im Außenhandel erzielt.

Die in den baltischen Ländern tätigen Unternehmen äußerten sich am optimistischsten über die Konjunktur, während die in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens mit Ausnahme Sloweniens vergleichsweise unzufrieden waren. Allerdings ergeben sich daraus auch - wie im Falle Serbiens - Chancen für überdurchschnittliche Verbesserungen in der Zukunft.

Die Attraktivität eines Investitionsstandortes wird von einer Vielzahl von Bewertungskriterien bestimmt. Ganz oben stehen dabei die Leistungsbereitschaft, Produktivität, Zahlungsmoral und Rechtssicherheit. Außerdem spielen die Qualifikation der Beschäftigten, die Steuerbelastung und die Arbeitskosten eine wichtige Rolle. Öffentliche Fördermittel und andere in der wirtschaftspolitischen Debatte häufig als entscheidendes Investitionsmotiv dargestellte Aspekte sowie die Bedingungen für Forschung und Entwicklung (F&E) sind dagegen keine ausschlaggebenden Faktoren.

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