Investitionsschub
Europameisterschaft in Polen wird zum Staatsakt

Polen erhofft sich von der Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2012 einen gewaltigen Investitionsschub. Für das junge EU-Mitglied kommt die Ausrichtung der Euro einem großen Kraftakt gleich. Während den Planern vor allem die Infrastruktur Sorge bereitet, machen sich deutsche Unternehmen Hoffnungen auf große Aufträge.

WARSCHAU. "Sie wirkt wie ein wirtschaftlicher Katalysator, der uns gewaltig anspornt", sagt Sportminister Miroslaw Drzewiecki. Allein für den Bau von Stadien, Autobahnen und Fernstraßen, die Erweiterung der Flughäfen und die Modernisierung des Schienennetzes werden 15 Mrd. Euro veranschlagt. Insgesamt müssen für die EM 40 Mrd. Euro investiert werden, schätzt das Sportministerium. Auch der deutschen Wirtschaft kann das sportliche Großereignis im Nachbarland lukrative Aufträge bringen.

Der europäische Fußballverband Uefa hatte im April vergangenen Jahres der gemeinsamen Bewerbung von Polen und der Ukraine den Zuschlag für die Europameisterschaft erteilt. Doch für das noch junge EU-Mitglied erfordert die Ausrichtung einen gewaltigen Kraftakt: Die Infrastruktur ist nicht auf die Austragung großer Wettbewerbe eingestellt. In Austragungsstädten wie Warschau oder Danzig laufen die Planungen für den Bau neuer Arenen oder die Modernisierung bestehender Anlagen. 900 Kilometer Autobahn und 2 300 Kilometer Schnellstraße sollen neu gebaut werden. Auch das Schienennetz und mehrere Flughäfen müssen modernisiert werden. Und für die 1,5 Millionen Besucher, die zur EM erwartet werden, fehlen noch Hotels und Gaststätten, U-Bahn-Linien und Parkplätze. Die Regierung von Premier Donald Tusk hat die Fußball-EM deshalb zum Prestigeobjekt erklärt.

Staat, Kommunen und Privatwirtschaft teilen sich die Kosten; wer für welchen Anteil aufkommt, soll bis Mitte des Jahres entschieden werden. Bei ihren Planungen kalkuliert die Regierung auch EU-Fördermittel ein, die Polen für Infrastrukturprojekte und die Förderung von Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung erhält.

Das Interesse deutscher Firmen, von denen einige schon Erfahrungen bei der Vorbereitung der Fußball-WM 2006 sammeln konnten, ist groß. Eine von der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer in Breslau organisierte Kooperationsbörse zog 160 Unternehmer und Kommunalvertreter aus beiden Ländern an. Folgetreffen bei IHKs in Deutschland sind geplant. Einige deutsche Firmen haben bereits Aufträge an Land gezogen. So plant das deutsch-polnische Architekturbüro JSK zusammen mit GMP International aus Hamburg und Schlaich Bergermann und Partner aus Stuttgart das Nationalstadion in Warschau. RKW Architektur + Städtebau aus Düsseldorf erhielt den Zuschlag zur Planung der Baltic Arena in Danzig.

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