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Welche Form der Beteiligung ist die richtige?

Wenn ein Unternehmer sich zur Beteiligung der Mitarbeiter entschließt, kann er zwischen einer Reihe von Organisationsformen wählen. Doch welche Form ist die richtige?

fmk FRANKFURT. Vor allem börsennotierte Unternehmen teilen ihrer Belegschaft oft Aktien zu; nicht börsennotierte Unternehmen wandeln sich in einigen Fällen in eine AG um, damit sie Aktien an die Beschäftigten ausgeben können. „Die Mitarbeiter erhalten mit den Aktien umfangreiche Rechte, durch die sie die Geschicke des Unternehmens mitbestimmen können“, sagt Matthias Gündel, der sich als Rechtsanwalt mit Fragen der Eigenkapitalausstattung beschäftigt.

Eher selten machen Unternehmer von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Mitarbeiter zu Gesellschaftern zu machen, indem sie ihnen GmbH-Anteile verkaufen. In diesem Fall sitzen die Mitarbeiter in der Gesellschafterversammlung und bekommen alle Interna mit, was nur den wenigsten GmbH-Inhabern recht ist. Eine Beteiligung über GmbH-Anteile biete sich eher dann an, wenn dadurch die Unternehmensnachfolge in die Hände verdienter Mitarbeiter gelegt werden soll, sagt Anwalt Gündel.

Unter den Beteiligungsformen, die Eigenkapital ersetzen, rät Gündel zu stillen Beteiligungen und zu Genussrechten. „Der Unternehmensinhaber bleibt Herr im Haus, die zufließenden Mittel können aber als Eigenkapitalersatz bilanziert werden“, sagt der Experte. Für Genussrechte gibt es keine gesetzlichen Regeln – es handelt sich einfach um einen Vertrag zwischen dem Unternehmen und dem Geldgeber. Neben einer Gewinnausschüttung vereinbaren die Parteien oft auch eine zusätzliche Beteiligung, wenn beispielsweise der Jahresüberschuss eine festgesetzte Schwelle überschreitet.

Die Stille Gesellschaft ist dagegen im Handelsgesetzbuch geregelt: Die Mitarbeiter treten hier nur als beteiligte Kapitalgeber auf, dürfen aber nicht mitreden.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
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