Investoren risikoscheu
Krise belastet Mezzanine-Markt

Die Krise auf den Verbriefungsmärkten erschwert die Platzierung von Mezzanine-Programmen bei Investoren. Diese Form der Finanzierung, die Eigenschaften von Fremd- und Eigenkapital kombiniert, lässt sich am Kapitalmarkt derzeit nicht weiterreichen. Und zumindest kurzfristig dürfte sich das nicht ändern – darin waren sich die Experten beim „Frankfurter Gespräch“ des Handelsblatts einig.

FRANKFURT. „In der Eiszeit ist es schwierig, Feuer zu machen – egal, wie gut das Brennholz ist“, kommentiert Ferdinand Rust von der Capital Efficiency Group, die als Pionier für die Hypo-Vereinsbank deren Mezzanine-Programm aufgebaut hat, die Kaufzurückhaltung der Investoren. „Wir gehen davon aus, dass die Turbulenzen noch etwas anhalten. Eine Normalisierung wird es womöglich erst im Laufe des Jahres 2008 geben.“ Damit erhält die Finanzierungsform einen weiteren Dämpfer. Zuletzt hatten bereits Zahlungsprobleme von Mezzanine-Nehmern wie beim WM-Maskottchen-Hersteller Nici für Negativ-Schlagzeilen gesorgt.

Optimistischer ist Michael Auracher, der bei HSBC Trinkaus & Burkhardt für strukturierte Finanzierungen verantwortlich ist. „Wir gehen davon aus, dass sich der Kapitalmarkt bis Oktober wieder beruhigen wird.“ HSBC plane bis Anfang nächsten Jahres eine neue Verbriefung.

Helmut Niedan, Mezzanine-Experte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), meint: „Wir gehen davon aus, dass wir spätestens Anfang 2008 wieder Verbriefungen von Mezzanine-Programmen sehen sollten.“ Die LBBW will ihr zweites Mezzanine-Programm, für das sie bereits Kapital an Unternehmen gibt und die Finanzierungen zunächst in die eigene Bilanz nimmt, im kommenden Jahr am Markt platzieren.

Alle Teilnehmer des „Frankfurter Gesprächs“ sind sich einig, dass Investoren im Zuge der Finanzkrise eine breitere Risikostreuung innerhalb der Programme fordern. Um dieses Ziel zu erreichen, könnten theoretisch auch ihre Gesamtvolumina steigen. In beiden Fällen würden einzelne Zahlungsausfälle weniger stark auf die verbrieften Papiere durchschlagen. Während Niedan ein Volumen von 300 Mill. Euro bei mindestens 50 Einzelfinanzierungen für ausreichend hält, dürften nach Einschätzung Rusts Programme mit einer Größe von 500 Mill. Euro eher den Geschmack institutioneller Anleger treffen.

Der Wunsch nach mehr Diversifizierung müsste die seit einem guten halben Jahr diskutierten Zusammenschlüsse unter den Mezzanine-Programmen eigentlich beschleunigen. Denn legen mehrere Banken ihre Programme zusammen, lässt sich die erforderliche Mindestzahl an Unternehmen leichter erreichen. „Ich gehe schon davon aus, dass es in der Tendenz zu einer Konsolidierung kommen wird“, meint denn auch Frank Tanski, Leiter des Bereichs Mezzanine bei der WestLB. Konsolidierung sei notwendig.

Seite 1:

Krise belastet Mezzanine-Markt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%