Investorentipp
Russische Region Stawropol wird neuer Investoren-Magnet

Die russische Region Stawropol entwickelt sich zu einem beliebten Investitionsstandort. Kunststoffhersteller oder Unternehmen aus der Bauindustrie oder aus dem Tourismussektor engagieren sich. Ein erstes Solarkraftwerk ist auch schon geplant.
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MOSKAU. Fast unbemerkt von den bekannten Wachstumszentren des Landes hat sich die südrussische Region Stawropol zu einem Magneten für Investoren entwickelt. In dem Gebiet am Nordkaukasus entstehen neue Anlagen der Petrochemie, Industrieparks, Pharmafabriken und Baustoffwerke. Deutsche Unternehmen sind schon jetzt sehr aktiv in der Region, sowohl als Zulieferer für die Großprojekte als auch als Investoren.

Die südrussische Region Stawropol ist in den letzten Monaten ein immer beliebterer Standort für neue Industrieansiedlungen geworden. Während in ganz Russland die Investitionen 2009 um fast ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr geschrumpft sind, blieben sie im Stawropolski Krai stabil. Auch im 1. Halbjahr 2010 haben die Anlageinvestitionen in der Region mit 2,8% doppelt so schnell zugelegt wie im landesweiten Durchschnitt.

Stawropol profitiert bei seiner Entwicklung von der zunehmenden politischen Aufmerksamkeit, die Moskau der Nordkaukasus-Region seit einiger Zeit widmet. Erst im September 2010 hat die russische Regierung eine Entwicklungsstrategie für den krisengeschüttelten Föderalbezirk Nordkaukasus verabschiedet. Darin sind für die nächsten 15 Jahre Projekte im Umfang von 600 Mrd. Rubel (14 Mrd. Euro, Wechselkurs am 20.10.2010: 1 Euro = 42,30 Rubel) vorgesehen, die teilweise aus dem staatlichen Investitionsfonds kofinanziert werden. Zum Anfang 2010 neu gegründeten Föderationsbezirk Nordkaukasus gehören sieben Verwaltungseinheiten, darunter Dagestan, Tschetschenien und Inguschetien. Die größten Investitionsvorhaben aber sind für den Stawropolski Krai vorgesehen.

Wichtigstes Bauprojekt ist der Petrochemie-Komplex in Budjonnowsk. Dort baut der Ölkonzern Lukoil die landesweit größte und modernste Anlage zur Produktion von Polyethylen und Polypropylen. Zwischen 2010 und 2016 will das Unternehmen mit seiner Tochterfirma OOO Stawrolen dafür rund 3 Mrd. Euro investieren. Die Rohstoffe kommen aus Lagerstätten im nördlichen Kaspischen Meer.

Im Umfeld dieses Produktionskomplexes plant die Stadtverwaltung Budjonnowsk einen Industriepark zur Weiterverarbeitung der Polymere. Auf dem 60 Hektar großen Grundstück sollen sich Hersteller von Säcken, Folien, Armaturen, Verpackungen oder Einweggeschirr aus Kunststoff ansiedeln. Auch Betriebe, die sich mit Kunststoff-Recycling beschäftigen, werden umworben. Die Investitionskosten gibt die Gebietsverwaltung mit rund 70 Mio. Euro an.

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