Iran-Exporte
Amerikas Geschäfte im Iran blühen

Die amerikanischen Iran-Exporte haben sich in der Regierungszeit von Präsident George W. Bush verzehnfacht. Die Daten des US-Handelsministeriums sind besonders peinlich, da Wahington seine westlichen Partner mit Vehemenz zu einer Einstellung der Iran-Lieferungen drängt. In den USA ist ein Streit um die Sanktionen gegen Iran entbrannt.

BERLIN. Im Mittelpunkt steht dabei ein Bericht, demzufolge sich Amerikas Handel mit Iran in der Regierungszeit von Präsident George W. Bush deutlich ausgeweitet hat. Dies ist besonders pikant, weil Washington massiv auch andere Staaten drängt, sich seinen unilateralen Sanktionen gegen Teheran anzuschließen. So drohen US-Vertreter europäischen Unternehmen offen mit Konsequenzen für ihr Amerika-Geschäft, sollten sie weiter mit Iran handeln. Fast alle europäischen Banken - darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank - haben sich deshalb aus Teheran zurückgezogen, obwohl dieser Schritt nicht durch die Uno-Sanktionen gegen das Mullah-Regime gedeckt ist.

"Unsere Sanktionen richten sich gegen das Regime, nicht gegen die Menschen", versuchte Adam Szubin vom US-Finanzministerium die für Washington unangenehme Nachricht zu rechtfertigen. Gonzalo Gallagos, Sprecher im Außenministerium, fügte sogar hinzu: "Die Ausweitung einiger Exporte in Iran während der vergangenen acht Jahre spiegelt natürlich die Absicht des Kongresses wider, den Zugang der amerikanischen Landwirtschaft und medizinische Exporte zu erweitern. Es ist nur natürlich, dass die Exporte in den Jahren seit 2000 gestiegen sind."

Die Daten des US-Handelsministeriums, die die Nachrichtenagentur AP zuvor veröffentlicht hatte, zeigen, dass sich die amerikanischen Iran-Exporte in der Regierungszeit Bushs verzehnfacht haben. Allein für 158 Mill. Dollar wurden amerikanische Zigaretten in Iran geliefert. Weitere Lieferungen nach Persien waren Pelzmäntel, Skulpturen, Parfums, aber auch - für geringe Beträge - Gewehre und eine Anlage zum Flugzeugstart. Nach Handelsblatt-Informationen wurden zudem allein 2007 für über 400 Mill. Dollar US-Waren über die Vereinigte Arabische Emirate an iranische Firmen geliefert.

Für die USA ist dies besonders peinlich, da sie westliche Partner immer stärker unter Druck setzen, ihre Iran-Lieferungen einzustellen. Die Vereinten Nationen haben indes nur Teil-Sanktionen erlassen, die Personen, Firmen und Banken treffen sollen, die mit Teherans Atomprogramm zu tun haben sollen. Iran soll so zur Aufgabe seiner umstrittenen Urananreicherung gebracht werden.

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