Iran
Iran-Handel läuft zum großen Teil über Dubai

Der Streit über Irans Atomprogramm strahlt bis nach Dubai aus. Kurz vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen auch Dubai gehört, ihre Politik gegenüber dem Mullah-Regime verschärft. Dubai ist für Teheran ein wichtiges Schlupfloch, um die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen zu umgehen.

DUBAI. Hadi Motameni profitiert von den Sanktionen gegen Iran. Der Geschäftsmann vertritt die Firma Fuji in Dubai und setzt deren Produkte in seiner alten Heimat ab. Das Geschäft blühe, erzählt Motameni, weil die Konkurrenten Fuji das Feld überlassen haben: „Kodak und Agfa verkaufen ihre Produkte nicht mehr in den Iran, um es sich nicht mit den Amerikanern zu verderben. Statt wie bisher 50 Prozent, beliefere ich nun 85 Prozent des iranischen Marktes“, sagt Motameni, der auch dem Iranian Business Council in Dubai vorsitzt. Doch wirklich freuen kann er sich über diesen unverhofften Aufschwung nicht, denn seine Landsleute in der Heimat litten bereits unter den Sanktionen.

Der Streit über Irans Atomprogramm strahlt bis nach Dubai aus. Kurz vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen Dubai gehört, ihre Politik gegenüber dem Mullah-Regime in Teheran verschärft. Bush, der heute in Jerusalem ist und am Wochenende in die Golfregion reist, hatte im Vorfeld seiner Nahost-Visite erneut betont, dass er nach wie vor auf eine diplomatische Lösung des Atomstreits hoffe. Dennoch hielten sich die USA alle Optionen offen, sagte Bush der israelischen Zeitung „Yedioth Achronot“.

Dubai ist für Teheran ein wichtiges Schlupfloch, um die vom Uno-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen zu umgehen. „20 Prozent der iranischen Importe werden über Dubai abgewickelt“, erklärt Motameni. Ausländische Exporteure beliefern das Emirat, und aus Dubai gelangen die Waren dann nach Iran. Viele internationale Firmen scheuten aber auch vor diesem Umweg zurück, sagt ein westlicher Diplomat in Dubai, denn sie müssen selbst mit Sanktionen in den USA rechnen, wenn sie Iran beliefern. Dubai trage deshalb „strategisch notwendige“ Sanktionen gegen Iran mit, also etwa bei Rüstungsgütern. Konsumgüterexporte, die der iranischen Bevölkerung zugute kommen, lasse das Emirat hingegen zu. „Wir können unsere Glaubensbrüder auf der anderen Seite des Golfs nicht im Stich lassen“, heißt es oft.

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