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Arabien: Geschäftschancen bei Lebensmitteln

Viele arabische Länder müssen Lebensmittel importieren. Entscheidend dabei: Die Erzeugnisse müssen nach islamischen Regeln hergestellt worden sein - dann bieten sich Unternehmen große Geschäftschancen. Das weltweite Marktpotenzial liegt bei 600 Milliarden Dollar.

DUBAI. Die Staaten der Arabischen Halbinsel müssen ihre Lebensmittel überwiegend importieren. Dabei ist nicht nur zu prüfen, ob das Produkt nach dem islamischen Glauben erlaubt, sondern auch, ob der Verarbeitungsprozess mit den Vorschriften konform ist. Und es sind nicht nur Nahrungsmittel, die kontrolliert werden, auch Kosmetika und Medikamente treten in den Fokus. Der weltweite Markt für Lebensmittel und Verbrauchsgüter, die den Halal-Regeln entsprechen, dürfte mittlerweile einen Umfang von 600 Mrd. US$ erreicht haben.

Das Marktpotenzial für Produkte, die nach islamischen Regeln hergestellt werden, ist enorm: Auf der Arabischen Halbinsel leben etwa 62 Mio. Menschen, vorwiegend Muslime. Weltweit gibt es, je nach Schätzung, zwischen 1,0 Mrd. und 1,5 Mrd. Anhänger des Islam, eine Zahl, die, von welcher Basis auch immer, weiter deutlich zunehmen wird.

Allen Islam-Gläubigen gemein sind die islamischen Vorschriften, die zwischen halal - erlaubt - und haram - verboten - unterscheiden. Im Wesentlichen wird die Schächtung von Tieren verlangt, während der Genuss von Schweinefleisch, fleischfressenden Tieren, Blut und Alkohol verboten ist.

Die Regeln stammen aus der Zeit unverarbeiteter Lebensmittel. Bei der heutigen industriellen Massenproduktion stoßen Hersteller, wollen sie den Vorschriften vollständig genügen, auf hohe Anforderungen. So wird in vielen Verarbeitungsschritten Gelatine eingesetzt, zum Beispiel bei der Klärung von Fruchtsäften. Gelatine aber wird in Europa oft aus Schweineteilen hergestellt. Produzenten, die es genau nehmen, müssen deshalb Gelatine verwenden, die aus Fischteilen oder pflanzlich erzeugt wurde.

Auch Chemikalien und andere Nahrungszusatzstoffe können regelmäßig Gelatine oder Alkohol enthalten. Je mehr das Wissen über solche Produktionsabläufe zunimmt, umso mehr Beachtung findet in der muslimischen Welt auch die Verwendung von Schweineteilen oder Alkohol bei Gegenständen des täglichen Bedarfs, beispielsweise bei handelsüblichen Kosmetika und Pharmaka.

Wie groß der weltweite Markt für Halal-Produkte ist, lässt sich schwerlich sagen und ist wohl auch eine Frage der Definition. Auf dem Global Halal Forum in Malaysia, 2006, war die Rede von 580 Mrd. US$, bei einem erwarteten Anstieg auf 1.000 Mrd. $ bis 2010. Andere Schätzungen liegen schon jetzt bei über 2 Billionen $.

Nach Schätzungen des kanadischen Landwirtschaftsministeriums, der Agriculture and Agri-Food Canada, entfallen derzeit rund 12% des weltweiten Nahrungsmittelhandels auf Halal-Produkte, ein Anteil, der bis 2025 auf 20% steigen könnte. Der weltweite Markt für Halal-Kosmetik wurde auf der "Halal Expo 2008" in Dubai auf 560 Mio. $ geschätzt, bei einem Gesamtumsatz der Kosmetikbranche im Nahen Osten von 1 Mrd. $ im Jahr 2008.

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