IT-Kosten sparen
Günstige Gebraucht-Software

Wohl kaum ein Unternehmensbereich muss so oft auf den neusten Stand gebracht werden, wie die IT. Gerade Mittelständler versuchen darum Kosten zu sparen und setzen auf Programme aus zweiter Hand. Die Second-Hand-Software senkt die Ausgaben, birgt aber auch einige Risiken.

KÖLN. Vor vier Jahren rüstete die Theodor im westfälischen Erwitte ihre Informationstechnik auf. EDV-Chef Klaus Schenkel suchte nach einer Alternative zum teuren Lizenzvertrag - und stieß auf den Gebrauchtsoftwarehändler Usedsoft. Dort kaufte er günstig Lizenzen für das Windows-Betriebssystem und das Office-Paket. "Wir haben ein schmales Budget für IT-Bedarf", sagt Klaus Schenkel. "Mit dem Kauf von Software aus zweiter Hand konnten wir rund vierzig Prozent der Kosten einsparen."

Den Gang zu einem Gebrauchtsoftwarehändler entdecken immer mehr Unternehmen als Spar-Möglichkeit. Auf der anderen Seite sind Nutzungsrechte an Software in vielen Firmen ein wesentlicher Teil des Betriebsvermögens. Eine Veräußerung von nicht mehr benötigten Software-Lizenzen scheint also ratsam.

Der Handel mit Software aus zweiter Hand wird in den kommenden Jahren wachsen. Experten gehen mittelfristig von einer Verzehnfachung aus. Entsprechend große Einbußen muss die Software-Industrie im Neugeschäft befürchten und geht deshalb rechtlich gegen den Gebrauchtsoftwarehandel vor. Im jüngsten Urteil hat das Oberlandesgericht München dem Anbieter Usedsoft den Verkauf gebrauchter Lizenzen des Datenbanksoftwareanbieters Oracle untersagt. Jetzt strebt Usedsoft eine Revision an.

Gleichzeitig betonen die Software-Händler, dass das Urteil keine Auswirkungen auf ihr Geschäft habe. Denn der Rechtsstreit zwischen Oracle und Usedsoft bezieht sich lediglich auf Software, die online per Download vertrieben wird - also ohne Datenträger wie etwa eine CD. Und ein früheres Urteil des Bundesgerichtshofs bestätigte, dass ein Softwareanbieter den Weiterverkauf einer CD nicht per Lizenzbedingungen verbieten darf.

"Unterschiedliche Vertriebsformen von Software sowie eine schwierige Gemengelage aus Urheberrecht und den speziellen Vertragsbedingungen der Hersteller machen die Rechtslage bei gebrauchter Software kompliziert", sagt Joachim Gores, IT-Experte der Wirtschaftskanzlei Kümmerlein, Simon & Partner in Essen. Die Konsequenz: "Viele Unternehmen, die den Kauf oder den Verkauf von Second-Hand-Software in Erwägung ziehen, lassen aus Unsicherheit über die rechtlichen Konsequenzen die Finger davon."

Um späteren Ärger zu vermeiden, sollten sich Software-Käufer die Risiken mit dem Verkäufer teilen, "etwa indem der Verkäufer bei einer Untersagung der Nutzung den Kaufpreis ganz oder zum Teil zurückzahlt", empfiehlt Gores. Sorgen Unternehmen nicht auf diese Weise vor, können sie auf den Kosten sitzen bleiben: Untersagt ein Gericht die Nutzung, dürfen Firmen die Software weder verwenden noch weiterverkaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%