IT-Mittelstandsindex April 2009
Neuer Dämpfer für den Mittelstand

Zum ersten Mal seit Anfang des Jahres ließ die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen mittelgroßen Unternehmen im April wieder nach. Im Gegenzug hellten sich aber die Perspektiven auf, so dass die Hoffnung auf einen nur vorübergehenden Dämpfer auf dem Weg zur Erholung besteht. Vergleichsweise leicht ging die Dynamik der Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) zurück.

KASSEL. Im April sank erstmals seit Januar der Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland wieder. Gegenüber dem Vormonat sank der Index der realisierten Umsätze um zwölf auf 93 Punkte. Damit überwogen wieder die Unternehmen mit gesunkenen Umsätzen. Offenbar wird dieses Nachlassen der Dynamik als vorübergehende Delle gewertet, denn der Optimismus hält sich weiter und verfestigt sich sogar: Der Index der wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate stieg um zwei auf 107 Zähler, womit sich die Optimisten weiter durchsetzen können.

Noch stärker zeigt sich der Rückgang der gegenwärtigen wirtschaftlichen Dynamik im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber dem April 2008, als der Frühjahrsaufschwung anzog, beträgt der Lageindex heute ganze 32 Punkte weniger. Nicht ganz so schwach ist die Entwicklung hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten. Sie weisen 22 Zähler weniger auf als noch vor zwölf Monaten.

Erneut war der ökonomische Verlauf in den Branchen erneut recht unterschiedlich. Zum einen hatte die Industrie mit einer anhaltenden konjunkturellen Negativ-Entwicklung zu kämpfen, aber noch schwächer war der Verlauf bei Dienstleistern und Versorgern. Dagegen konnten der Handel sowie vor allem das Kredit- und Versicherungsgewerbe überwiegend gewachsene Einnahmen verbuchen.

Bis auf die Versorgungsunternehmen – denen saisonbedingt eine rückläufige Nachfrage bevorsteht – blicken alle Branchen zuversichtlich auf die kommenden drei Monate. Sogar in der Industrie setzt sich erstmals seit mehreren Monaten wieder der Optimismus durch und bewegt sich nun im Gesamtdurchschnitt. Am zuversichtlichsten sind die Dienstleistungsunternehmen und besonders die Finanzbranche. Im Durchschnitt bewegt sich der Handel.

Im Zuge der rückläufigen wirtschaftlichen Entwicklung ging auch die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben zurück – wenn auch bei weitem nicht so stark. Der Index der realisierten Ausgaben sank gegenüber dem Vormonat um drei auf 102 Zähler, womit gerade noch die Unternehmen mit gewachsenen Hightech-Ausgaben überwogen. In ihren Planungen gehen die Mittelständler von einer weiterhin expansiven Investitionsneigung aus, wenngleich nicht mehr so stark wie im Vormonat: Der Index der Ausgabenplanungen ging um vier auf 109 Punkte zurück.

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt das geringe Marktniveau gegenüber dem Vorjahr, als die Nachfrage im Rahmen der Frühjahrsbelebung anzog. Die aktuelle Marktlage liegt um zwölf, die Ausgabenplanungen um vierzehn Punkte niedriger als im April 2008.

Treiber der Nachfrage war eine recht homogene Gruppe von Handel, Non-Profit-Sektor, Versorgern und Finanzbranche. Im Dienstleistungsgewerbe hielten sich gestiegene und rückläufige Ausgaben die Waage. Als einzige Branche überwogen in der Industrie die Unternehmen mit gesunkenen Investitionen.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate kündigt allein wiederum die Industrie überwiegend schrumpfende Budgets an. Als Vorreiter wollen dagegen der Handel und insbesondere das Finanzgewerbe die IT-/TK-Ausgaben überdurchschnittlich steigern. Daneben plant auch der Non-Profit-Bereich wachsende Investitionen. Die übrigen beiden Wirtschaftszweige – Dienstleister und Versorger – bewegen sich im Gesamtdurchschnitt.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu Siemens Computers und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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