IT-Mittelstandsindex August 2009
Wachsender Optimismus im Mittelstand

Im August fiel die übliche Sommerflaute milder als gewohnt aus. Parallel verbesserten sich abermals die ökonomischen Perspektiven, erreichten aber noch nicht ganz wieder das hohe Niveau des Vorjahres. Die Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) ließ etwas nach, erreichte aber wieder das Vorjahresniveau. Zurückhaltender entwickelten sich allerdings die Ausgabenplanungen.

KASSEL. Saisonbedingt hat im August die wirtschaftliche Dynamik der mittelständischen Unternehmen in Deutschland etwas nachgelassen. Gegenüber dem Vormonat sank der Index der realisierten Umsätze um fünf auf 102 Punkte. Damit überwogen dennoch weiterhin die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen. Gleichzeitig hellten sich erneut deutlich die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate auf. Ihr Index nahm um sieben auf 126 Punkte zu, womit die Optimisten noch deutlich als im Vormonat überwiegen. Zuversichtlicher waren die Mittelständler zuletzt vor zwölf Monaten.

Trotz der aktuell etwas schwächeren wirtschaftlichen Dynamik zeigt sich doch eine deutlich bessere Performance als vor 12 Monaten, als die Sommerpause sich stärker als derzeit auswirkte. Die Sommerflaute fiel dagegen in diesem Jahr weitgehend aus. Dadurch lag der Index der Umsatzentwicklung um zehn Punkte höher als vor 12 Monaten. Nicht ganz so euphorisch wie im August 2008 sind die ökonomischen Aussichten - mit minus vier Zählern kommen die Perspektiven dem hohen Niveau des Vorjahres aber wieder recht nahe.

Treiber der positiven wirtschaftlichen Entwicklung im August war insbesondere das Finanzgewerbe. Dem gegenüber steht die Industrie, die noch immer überwiegend mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen hatte. Im Versorgungsgewerbe hielten sich gewachsene und gesunkene Einnahmen die Waage. Die übrigen gewerblichen Branchen, Dienstleister und Handel, bewegten sich Marktdurchschnitt.

Für die kommenden drei Monate sind alle gewerblichen Wirtschaftszweige optimistisch. Das gilt auch für die bisher gebeutelte Industrie, die nun sogar zusammen mit den Dienstleistern und dem Finanzgewerbe die größte Zuversicht bekundet. Der Handel liegt unter dem Durchschnitt, aber immer noch im positiven Bereich. Im Gesamtschnitt befinden sich die Versorgungsunternehmen.

Gegenüber dem Vormonat ließ im August die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben etwas nach. Der Index der realisierten Ausgaben ging um fünf auf 108 Zähler zurück, womit aber noch immer die Firmen mit gestiegenen Investitionen in der Mehrzahl waren. Auch die Ausgabenplanungen kühlten sich etwas ab: Der Planungsindex sank um sieben auf 114 Punkte. Die Firmen mit expansiven Investitionsabsichten überwiegen also nicht mehr ganz so stark im Monat zuvor.

Trotz der aktuell rückläufigen Entwicklung hat die Ausgabenneigung wieder das Niveau des Vorjahres erreicht. Der entsprechende Index lag sogar um zwei Punkte höher als im August 2008. Etwas schwächer als vor Jahresfrist sind allerdings die Ausgabenplanungen. So liegt der Erwartungsindex um vier Zähler niedriger als vor zwölf Monaten.

Treibende Kraft der IT-/TK-Nachfrage war im August der Non-Profit-Sektor. Den Gegenpol stellte die Industrie dar – dies war die einzige Branche, er die zurückhaltenden Unternehmen überwogen. Dazu dürfte auch die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung beigetragen haben. Im Handel glichen sich gewachsene und rückläufige Budgets aus. Die übrigen Wirtschaftszweige – Dienstleistungen, Finanzgewerbe und Versorger - lagen im Gesamtschnitt.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate kündigen alle Branchen überwiegend wachsende IT-/TK-Ausgaben an. Als Vorreiter kristallisieren sich dabei erneut der Non-Profit-Bereich und vor allem der Finanzsektor heraus. Die Ausgabenplanungen der übrigen Wirtschaftszweige sind recht homogen und bewegen sich im Durchschnitt.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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