IT-Mittelstandsindex August 2010
Zuversicht so groß wie lange nicht mehr

Im August machte sich hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung der mittelgroßen Unternehmen und Organisationen in Deutschland eine leichte Sommerflaute bemerkbar, die jedoch nur vorübergehend sein wird. Darauf deutet die große Zuversicht hin, die so stark ausgeprägt ist wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Von diesem Optimismus profitieren auch die Ausgabenplanungen für Informations- und Telekommunika-tionstechnologie (IT/TK), die ebenfalls so gut sind wie seit langem nicht mehr.
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KASSEL. Die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland, wich im August erstmals wieder vom bemerkenswert konstanten Pfad der letzten Monate ab. Während der Index der realisierten Umsätze in den vorhergehenden sechs Monaten konstant bei etwa 120 Punkten lag, ging er im August um 10 Zähler zurück auf nun 110 Punkte. Es gab also weniger gewerbliche Firmen, die im vergangenen Monat ein Umsatzwachstum verbuchen konnten. Wie regelmäßig in den letzten Jahren ist der Rückgang auf saisonale Schwankungen durch die Ferienzeit zurückzuführen. Auch die wirtschaftlichen Erwartungen an die nächsten drei Monate unterstreichen, dass es sich nur um eine Delle durch die Sommerflaute handelt. Der Index der Umsatzerwartungen stieg nämlich gegenüber dem Vormonat deutlich an. Noch im Vormonat bei 127 Punkten liegend, kletterte er im August auf hohe 140 Punkte. Die Optimisten überwiegen damit so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr!

Die Interpretation des Indexrückgangs im August als nur saisonale Schwankung wird auch durch den Vergleich mit dem Vorjahresmonat gestützt. Mit plus acht Punkten ist die wirtschaftliche Lage erkennbar besser als noch im August 2009. Diese Zahl unterstreicht die konjunkturellen Fortschritte der letzten zwölf Monate. Darüber hinaus sind die ökonomischen Perspektiven weitaus besser als vor einem Jahr, als der Erwartungsindex noch 14 Punkte niedriger lag.

Im Vergleich der Branchen zeigte sich im August ein recht heterogenes Bild. Während die Versorger aufgrund des Sommerwetters überwiegend rückläufige Umsätze hinnehmen mussten, waren der Handel und vor allem das Finanzgewerbe besonders erfolgreich. Im Dienstleistungssektor hielten sich die Firmen mit gestiegenen und gefallenen Einnahmen die Waage. Einzig die Industrie bewegte sich im Durchschnitt.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate zeigt sich eine deutlich homogenere Einschätzung. Alle gewerblichen Branchen rechnen mit steigenden Umsätzen. Besonders stark hebt sich dabei das Kredit- und Versicherungsgewerbe heraus. Die übrigen Wirtschaftszweige bewegen sich im Durchschnitt des Gesamtmarktes.

Trotz der Sommerflaute hat sich im August die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben verbessert. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich der Ausgaben-Index leicht um drei Punkte und erreichte so 112 Zähler. Die Unternehmen mit gewachsenen Investitionen überwogen also im August noch etwas mehr als im Monat zuvor. Obwohl die Ausgabenlaune bereits recht gut ist, gehen die Mittelständler zu einem großen Teil von einer weiteren Verbesserung aus: Die Ausgabenplanungen für die nächsten drei Monaten sind im August deutlich angestiegen und lagen mit 128 Punkten neun Zähler über dem Wert des Vormonats. Die Unternehmen, die Investitionen in die IT planen, überwiegen damit so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr.

Nicht nur im Vergleich zum Vormonat verbesserte sich die Investitionslaune, sondern auch gemessen an den Daten aus dem Vorjahr. Die Ausgabenbereitschaft für Hightech-Lösungen war im August um vier Punkte höher als vor Jahresfrist. Noch mehr legten die geplanten Ausgaben für die nächsten drei Monate zu. So wuchs der Index für angestrebte IT-Investitionen im August gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 14 Punkte.

Der Blick auf die IT-/TK-Ausgaben der Branchen zeigt eine recht unterschiedliche Entwicklung. Während der Non-Profit-Sektor und die Versorger im August Treiber der Nachfrage waren, überwogen im Finanzgewerbe die zurückhaltenden Unternehmen. Die Industrie lag etwas unter dem Durchschnitt, aber immer noch im positiven Bereich. Die beiden übrigen Wirtschaftszweige Handel und Dienstleistungen entsprachen mit ihrem Investitionsverhalten dem Gesamtmarktschnitt.

Für die nächsten drei Monate planen alle Branchen überwiegend steigende Hightech-Investitionen. Dabei kristallisieren sich die Industrie sowie die Versorger als treibende Kräfte heraus. Der Handel, Non-Profit und besonders das Finanzgewerbe positionieren sich mit ihren Investitionsabsichten unter dem Durchschnitt. Die Dienstleistungsunternehmen liegen als einzige Branche im Gesamtschnitt.

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