IT-Mittelstandsindex
Die Dynamik lässt nach

Die Frühjahrserholung der mittelständischen Unternehmen verlor im Mai deutlich an Dynamik. Dies gilt besonders für die wirtschaftliche Lage. Parallel ließ auch die Ausgabenneigung für Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) nach, wenn auch nicht so stark wie die ökonomische Situation.

KASSEL. Wie oft im Mai ließ die Dynamik der Frühjahrserholung nach. Gegenüber dem Vormonat fiel der Index der realisierten Umsätze um 18 auf 107 Punkte. Das bedeutet, das Verhältnis der Unternehmen mit gutem Geschäftsverlauf zu den Firmen mit rückläufigen Einnahmen ist zwar noch positiv, aber bei weitem nicht mehr so günstig wie im Vormonat. Ebenfalls rückläufig waren im Mai die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden drei Monate. Der Erwartungsindex ging um elf auf 118 Punkte zurück. Das heißt, die Perspektiven trübten sich ein, aber die optimistischen Unternehmen können sich weiterhin gegenüber den pessimistischen deutlich durchsetzen.

Auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung rückläufig. Gegenüber dem Mai 2007 hat sank der Index der ökonomischen Lage um acht Punkte. Nicht ganz so stark ließen die wirtschaftlichen Erwartungen nach, die vier Punkte verloren.

Positive treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung war im Mai der Handel. Dahinter folgen Dienstleister und der Finanzsektor. Überwiegend negativ war der Geschäftsverlauf in der Industrie und besonders bei den Energie-/Wasserversorgern. Letztere bekamen die gestiegenen Frühlingstemperaturen und den dadurch gesunkenen Energieverbrauch zu spüren.

Entsprechend ist der Versorgungssektor der einzige gewerbliche Wirtschaftszweig mit überwiegend rückläufigen Umsatzerwartungen an den Sommer. Besonders optimistisch ist das Finanzgewerbe. Ebenfalls überdurchschnittlich gut sind die Perspektiven im Dienstleistungsbereich. Dahinter folgen der Handel und die Industrie.

Parallel zur ökonomischen Entwicklung schwächte sich auch die Investitionsneigung im IT-/ TK-Markt ab, wenn auch nicht ganz so stark. Der Index der realisierten Ausgaben sank im Vergleich zum Vormonat um fünf auf 109 Punkte. Das bedeutet, die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben übertrafen die Firmen mit gesunkenen Investitionen nicht mehr so stark wie im Vormonat. In gleichem Maße ließen die Ausgabenplanungen nach. Der Index der Investitionsplanungen verlor fünf Zähler und beträgt nun 118 Punkte. Damit sind die Perspektiven zwar nicht mehr so günstig, aber weiterhin überwiegen die Firmen expansiven Ausgabenplänen.

Der Vergleich mit der Marktsituation von vor Jahresfrist ist zwiespältig. So liegt die aktuelle Ausgabenneigung um vier Zähler niedriger als im Mai 2007. Dagegen konnten sich die Investitionsplanungen um einen Punkt verbessern.

Bis auf den Handel erzielten alle Branchen im Mai gestiegene IT-/TK-Ausgaben. Vorreiter war der Versorgungs-Sektor, gefolgt von dem Non-Profit-Bereich, der ebenfalls überdurchschnittlich ausgabenfreudig war. Im Gesamtschnitt lagen die Finanz-Unternehmen und der Dienstleistungsbereich. Unter dem Durchschnitt rangierten die Firmen in der Industrie.

Für die kommenden drei Monate planen alle Branchen überwiegend steigende Investitionen. Gemeinsam kristallisieren sich der Non-Profit-Bereich und der Versorgungssektor als treibende Kräfte heraus. Im Marktdurchschnitt positionieren sich die Finanzdienstleister und der Handel. Unter dem Durchschnitt, aber durchaus deutlich im positiven Bereich, sind die Dienstleister und die Industrie zu finden.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publiziert Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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