IT-Mittelstandsindex
Finanzkrise erreicht den Mittelstand

Die Auswirkungen der Finanzkrise sind im Oktober auch im Mittelstand angekommen. Die wirtschaftliche Lage und besonders die ökonomischen Perspektiven der deutschen mittelständischen Unternehmen trübten sich ein. Dies schlug sich auch negativ auf die Ausgabenneigung hinsichtlich Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) nieder – besonders die Ausgabenplanungen ließen nach.

KASSEL. Im Oktober schwächten sich sowohl die wirtschaftliche Dynamik als auch besonders die ökonomischen Aussichten ab. Gegenüber dem Vormonat ließ der Index der realisierten Umsätze leicht um drei auf 108 Punkte nach. Demnach überwiegen zwar noch die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen, aber nicht mehr so sehr wie im September. Noch viel deutlicher trübten sich die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate ein. Der entsprechende Erwartungs-Index fiel um 17 auf 103 Punkte. Das heißt, die optimistischen Unternehmen können sich nur noch knapp durchsetzen.

Stärker noch als der Monatsvergleich illustriert der Jahresvergleich die Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Index der realisierten Umsätze ging gegenüber Oktober 2007 um zehn Punkte zurück. Die ökonomischen Perspektiven trübten sich noch stärker ein, so dass der entsprechende Indikator um 19 Zähler fiel.

Die negative wirtschaftliche Entwicklung hat vor allem die Industrie getroffen. Als einzige Branche musste das verarbeitende Gewerbe eine überwiegend negative Umsatzveränderung hinnehmen. Die übrigen gewerblichen Wirtschaftszweige konnten sich noch im positiven Bereich halten. Unter dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft lag dabei der Dienstleistungssektor, während Versorger, Handel und Finanzdienstleister überdurchschnittlich häufig Einnahmensteigerungen verbuchen konnten.

Für die kommenden drei Monate rechnet die Industrie nicht mit einer Besserung. Im Gegenteil, die Perspektiven trübten sich sogar noch weiter ein. Immerhin ist die Industrie derzeit noch die einzige Branche, die pessimistisch in die nähere Zukunft blickt. Eher positiv gestimmt ist der Handel, dessen Optimismus allerdings unter den Durchschnitt bleibt – angesichts des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes wäre hier mehr zu erwarten gewesen. Überdurchschnittlich zuversichtlich sind Dienstleister, Finanzbranche und besonders die Versorgungsunternehmen. Letztgenannte profitieren vom kommenden Winterwetter und damit steigendem Energieverbrauch.

Die Investitionsneigung im IT-/TK-Markt schwächte sich ebenfalls ab, obwohl erfahrungsgemäß ein Anstieg zu erwarten gewesen wäre. Der Index der realisierten Ausgaben sank gegenüber dem Vormonat um fünf auf 105 Zähler. Das bedeutet, die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben übertrafen die Firmen mit gesunkenen Investitionen weniger als im Vormonat. Stärker trübten sich die Ausgabenplanungen ein, nämlich um 13 auf 108 Zähler. Die Investitionsbereitschaft ist insgesamt also immer noch positiv, aber nicht mehr so sehr wie im Vormonat.

Auch im Vergleich zum Vorjahr ließ die Investitions-Stimmung nach. Gegenüber dem Oktober 2008 sank die Ausgabenbereitschaft deutlich um zehn Punkte. Die Investitionsplanungen ließen mit minus vier Zählern nicht ganz so stark nach.

Analog zur ökonomischen Entwicklung war die Industrie die einzige Branche mit überwiegend gesunkenen IT-/TK-Ausgaben. Unterdurchschnittlich war die Investitionsneigung im Dienstleistungsgewerbe, während der Non-Profit-Sektor und die Versorger besonders ausgabenfreudig waren.

Hinsichtlich der kommenden drei Monate signalisieren – bis auf eine – alle Branchen überwiegend wachsende Ausgaben. Lediglich im Non-Profit-Sektor halten sich offensive und zurückhaltende Budget-Planungen die Waage. Die Industrie kündigt wachsende Investitionen an, bleibt aber hinter dem Gesamtschnitt zurück. Eine überdurchschnittliche Ausgabenneigung können hingegen die Finanzdienstleister und besonders die Versorger in Aussicht stellen.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu Siemens Computers und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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