IT-Mittelstandsindex
Investitionsplanungen schwächer als 2006

Die Herbstbelebung setzte sich im deutschen Mittelstand fort, allerdings nicht mit dem gleichen Schwung wie im Vorjahr. Umsatzdynamik und -Erwartungen sind zwar deutlich positiv, aber vor allem die Aussichten sind nicht mehr so gut wie im Oktober 2006. Der Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) zeigt nach einigen Monaten Pause wieder größere Dynamik. Jedoch gilt auch hier, dass die Erwartungen erkennbar unter dem Vorjahresniveau liegen.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung ging es im Oktober im Vergleich zum Vormonat weiter aufwärts. Der Index der realisierten Umsätze stieg um fünf auf 118 Punkte. Das Verhältnis der Unternehmen mit positivem Geschäftsverlauf zu den Firmen mit rückläufigen Einnahmen hat sich demnach verbessert. Die Erwartungen an die kommende wirtschaftliche Entwicklung blieben im Oktober gegenüber dem Vormonat konstant bei 122 Zählern. Also sind weiter deutlich die Optimisten in der Mehrheit.

Wie schon in der letzten Ausgabe des IT-Mittelstandsindex beobachtet, ist zwar die Entwicklung zum Vormonat erfreulich, jedoch zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr, dass die wirtschaftliche Entwicklung und die Aussichten nicht mehr so positiv sind wie vor Jahresfrist. So liegt der Indikator der wirtschaftlichen Lage acht Punkte niedriger als im Oktober 2006. Die Aussichten sind mit minus 19 Zählern noch ein Stück schwächer als vor einem Jahr.

Die beste Umsatzentwicklung aller gewerblichen Branchen konnten im Oktober die Finanzdienstleister verbuchen, gefolgt vom Handel. Im Durchschnitt bewegten sich Dienstleister und Versorger. Unter dem Durchschnitt – aber noch im positiven Bereich - rangiert die Industrie. Hinsichtlich der Perspektiven der kommenden drei Monate sehen alle Wirtschaftszweige überwiegend zuversichtlich in die Zukunft. Auch hier liegen die Finanzdienstleister vorn. Durchschnittlich gute Erwartungen melden die Industrie, Handel und Versorger. Nicht ganz so optimistisch ist das Dienstleistungsgewerbe.

Nach vier Monaten nur geringer Veränderungen im IT-/TK-Markt hat sich die Investitionsneigung im Oktober verbessert. Der Lage-Index, der die Entwicklung der aktuell getätigten Ausgaben beschreibt, ist im Vergleich zum Vormonat um sechs auf 115 Punkte gestiegen. Damit überwiegen die Unternehmen mit gewachsenen IT-/TK-Investitionen stärker als im vorangegangenen Monat. Für die kommenden drei Monate signalisieren die mittelständischen Unternehmen eine gleichbleibende Investitionsneigung. Der Planungs-Index der zukünftigen Investitionen erreicht wie im Vormonat 113 Zähler, womit sich weiterhin die Firmen mit expansiven Ausgabenabsichten durchsetzen.

Im Jahresvergleich hat sich die Investitionstätigkeit auf gleichem Niveau gehalten. Die aktuelle Investitionsneigung erreicht exakt den gleichen Wert wie vor Jahresfrist. Dagegen sind die Ausgabenplanungen um elf Punkte schwächer als im Oktober 2006.

Sämtliche Branchen berichten von überwiegend gestiegenen IT-/TK-Ausgaben. Besonders aktiv war in dieser Hinsicht das Kredit- und Versicherungsgewerbe. Eine durchschnittliche Ausgabenneigung war bei Versorgern, Handel und Dienstleistern zu registrieren. Unter dem Durchschnitt war die Ausgabenfreude von Non-Profit-Sektor und Industrie zu orten. Bis auf den Handel sind die Ausgabenplanungen in allen Wirtschaftszweigen positiv. Erneut setzt sich der Finanzsektor an die Spitze und kann eine überdurchschnittliche Ausgabenneigung vorweisen. Besonders expansiv sind die Investitionsabsichten auch in der Industrie. Im Mittelfeld platzieren sich die Versorger, der Non-Profit-Bereich sowie das Dienstleistungsgewerbe.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publiziert » Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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