IT-Mittelstandsindex
IT-Markt behauptet sich trotz Rezession

Im Dezember setzte sich die wirtschaftliche Abwärtsentwicklung der deutschen mittelgroßen Unternehmen fort - wenn auch nicht mehr so stark wie im Vormonat. Als recht widerstandsfähig erwies sich dagegen erneut die Ausgabenneigung hinsichtlich Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK).

KASSEL. Zum Jahreswechsel verschlechterte sich abermals die wirtschaftliche Situation der mittelständischen Unternehmen. Gegenüber dem Vormonat nahm der Index der realisierten Umsätze um drei auf nur noch 92 Punkte ab. Demnach überwogen die Unternehmen mit gefallenen Umsätzen etwas stärker als im Vormonat. Immerhin hat sich damit die Talfahrt erkennbar verlangsamt, nachdem es noch im November rasch abwärts ging. Die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate sind geringfügig besser als die wirtschaftliche Lage sowie stabil, wenngleich auf niedrigem Niveau. Die Pessimisten setzen sich weiterhin durch und sind erneut leicht in der Mehrheit. Der entsprechende Erwartungs-Index steht wie im Vormonat bei 97 Punkten.

Sehr deutlich wird die Abwärtsentwicklung im Jahresvergleich. Der Index der realisierten Umsätze ging gegenüber Dezember 2008 erkennbar um 21 Punkte zurück. Ungefähr genauso stark trübten sich die ökonomischen Aussichten ein: Der entsprechende Indikator fiel um 22 Zähler.

Die wirtschaftliche Entwicklung fiel in den Branchen sehr unterschiedlich aus. So überwogen in der Industrie die Firmen mit rückläufigen Umsätzen überaus stark. Auch im Handel waren die Unternehmen mit Umsatzverlusten in der Mehrheit, wenn auch bei weitem nicht so sehr wie im verarbeitenden Gewerbe. Dagegen konnten Versorger und vor allem das Kredit- und Versicherungsgewerbe überwiegend Zuwächse verzeichnen. Im Dienstleistungs-Sektor hielten sich Gewinner und Verlierer annähernd die Waage.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate zeichnet ein homogeneres Bild ab. Als einzige Branche rechnet nur noch der Versorgungssektor mit wachsenden Einnahmen. Dagegen sind im Dienstleistungsgewerbe und der Industrie die Pessimisten in der Überzahl. In den übrigen Wirtschaftszweigen Handel und Finanzgewerbe halten sich Optimisten und Pessimisten die Waage.

Gemessen an der wirtschaftlichen Situation ist die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben weiterhin relativ stabil. So nahm der Index der realisierten Ausgaben gegenüber dem Vormonat nur um einen auf 103 Zähler ab. Das bedeutet, die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben übertrafen die Firmen mit gesunkenen Investitionen etwas weniger als im Vormonat - aber der Markt war weiterhin noch im Plus. Die Ausgabenplanungen hellten sich sogar erneut - wie im Vormonat - leicht auf: Der Erwartungsindex nahm um drei auf 114 Zähler zu. Die Investitionsbereitschaft ist demnach den Umständen entsprechend immer noch sehr gut. Effizienzsteigerungen stehen derzeit vor allem im unteren Mittelstand weit oben auf der Prioritätenliste. Von IT-/TK-Investitionen erhoffen sich die Entscheider offenbar einen wesentlichen Beitrag zu wirtschaftlicheren Prozessen.

Im Vergleich zum Vorjahr ließen sowohl die Investitionsneigung als auch die Ausgabenplanungen nach. Gegenüber dem Dezember 2007 sanken die Ausgabenbereitschaft um fünf, die Investitionsplanungen um drei Punkte. Vor dem Hintergrund der oben geschilderten wirtschaftlichen Entwicklung kann also noch von einer relativ stabilen Entwicklung gesprochen werden.

Treibende Kräfte der IT-/TK-Nachfrage waren im Dezember vor allem der Non-Profit-Sektor sowie das Kredit- und Versicherungsgewerbe. Im Dienstleistungsgewerbe überwogen leicht die expansiven Ausgaben. Als einzige Branche meldet der Handel überwiegend rückläufige Investitionen. In den übrigen Branchen Versorgung und Industrie glichen sich Ausgaben-Wachstum und-Rückgang aus.

Hinsichtlich der kommenden drei Monate rechnet die Industrie - trotz stark abgekühlter wirtschaftlicher Lage und zurückhaltenden ökonomischen Erwartungen - mit einem insgesamt stabilen Investitions-Verhalten. In dieser Branche halten sich expansive und zurückhaltende Ausgaben-Planungen die Waage. Aus allen übrigen Wirtschaftszweigen wurden überwiegend optimistische Investitions-Absichten signalisiert. Vorreiter ist dabei das Finanzgewerbe. Auch der Handel und der Versorgungssektor können eine überdurchschnittliche Ausgaben-Neigung vorweisen. Im Marktdurchschnitt bewegt sich das Dienstleistungsgewerbe. Unter dem Durchschnitt - jedoch noch immer im positiven Bereich - positioniert sich der Non-Profit-Sektor.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu Siemens Computers und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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