IT-Mittelstandsindex Januar 2009
Ende der Talfahrt in Sicht?

Im Januar hat sich die wirtschaftliche Lage der deutschen mittelgroßen Unternehmen weiter deutlich verschlechtert und das niedrigste Niveau seit Start des IT-Mittelstandsindex erreicht. Die Perspektiven hellten sich allerdings auf, und es setzt sich die Erwartung durch, dass demnächst die Talsohle erreicht sei.

KASSEL. Der Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) ist zwar weiterhin robuster als die ökonomische Lage, wird aber allmählich auch in Mitleidenschaft gezogen. Vom Frühjahr sind nur relativ schwache Wachstumsimpulse für den IT-/TK-Markt zu erwarten.

Im Januar verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der mittelständischen Unternehmen in Deutschland zum vierten Mal in Folge. Gegenüber dem Vormonat nahm der Index der realisierten Umsätze deutlich um elf auf nur noch 81 Punkte ab – das ist der geringste Wert, der seit Start des IT-Mittelstandsindex 2003 gemessen wurde. Demnach überwogen die Unternehmen mit gefallenen Umsätzen noch mehr als im Vormonat. Im Gegenzug geben aber die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate wieder Anlass zur Hoffnung auf eine Verbesserung in der näheren Zukunft. Zum ersten Mal seit fünf Monaten verbesserten sich die wirtschaftlichen Erwartungen und befinden sich erstmals seit Oktober wieder im positiven Bereich. Der entsprechende Indikator wuchs um sieben auf 104 Zähler, womit sich die Optimisten wieder durchsetzen können. Der Mittelstand rechnet also in absehbarer Zeit mit einem Ende der Talfahrt.

Sehr deutlich wird die bisherige Abwärtsentwicklung im Jahresvergleich. Der Index der realisierten Umsätze ging gegenüber Januar 2008 erkennbar um 22 Punkte zurück. Noch stärker trübten sich die ökonomischen Perspektiven ein: Der entsprechende Indikator fiel um 29 Zähler.

Die wirtschaftliche Entwicklung fiel in den Branchen erneut sehr unterschiedlich aus. So war die Industrie abermals besonders stark von der rückläufigen Entwicklung betroffen. Auch im Handel waren die Unternehmen mit Umsatzverlusten erkennbar in der Mehrheit, wenn auch nicht ganz so stark wie im verarbeitenden Gewerbe. Etwas besser war die Bilanz für den Dienstleistungs-Sektor, aber auch hier überwogen die Firmen mit negativer Einnahmen-Entwicklung. Dagegen konnten das Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie vor allem die Versorger überwiegend Zuwächse verbuchen. Letztgenannte Branche konnte von den ungewöhnlich niedrigen Temperaturen im Januar und dem daher gestiegenen Energieverbrauch profitieren.

Für die kommenden drei Monate zeichnet sich ein etwas günstigerer und weniger extremer Verlauf ab. Die Industrie rechnet weiterhin überwiegend mit einer negativen Entwicklung, aber die Stimmung ist weit besser als hinsichtlich der gegenwärtigen Lage. Damit ist die Industrie nicht mehr das Schlusslicht, sondern die Versorgungsbranche, die mit dem kommenden Frühjahr mit einem sinkenden Energie-Absatz rechnen muss. Mit einer überwiegend positiven Entwicklung rechnen Dienstleister, Handel und besonders das Finanzgewerbe.

Weiterhin gilt, dass die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben robuster ist als die wirtschaftliche Situation. Allmählich schlägt sich die ökonomische Abwärtsentwicklung aber auch auf die Investitionsbereitschaft nieder. So nahm der Index der realisierten Ausgaben gegenüber dem Vormonat um drei auf 99 Zähler ab, womit nun leicht die Unternehmen mit rückläufigen Hightech-Ausgaben überwogen, während sich im Vormonat noch die Firmen mit expansiven Investitionen durchsetzen konnten. Immerhin blieben die Ausgabenplanungen noch im positiven Bereich, wenngleich auch sie sich eintrübten: Der Erwartungsindex nahm um sieben auf 106 Zähler ab. Die Investitionsbereitschaft ist demnach den Umständen entsprechend immer noch relativ gut, aber schon erkennbar schwächer als im Vormonat.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die realisierte Investitionsneigung noch gut gehalten, erkennbar ließen aber die Ausgabenplanungen nach. Gegenüber dem Januar 2008 verlor die Ausgabenbereitschaft nur marginal einen Punkt. Demgegenüber sanken die Investitionsplanungen im gleichen Zeitraum um 19 Zähler. Damit signalisieren die mittelständischen Unternehmen, dass von der Frühjahrsbelebung erheblich geringere Impulse für den IT-/TK-Markt zu erwarten sind als im letzten Jahr.

Nur zwei Branchen realisierten im Januar überwiegend gestiegene IT-/TK-Ausgaben: Versorger und vor allem das Dienstleistungsgewerbe. In den übrigen Branchen überwog die Zurückhaltung, besonders im Non-Profit-Sektor.

Hinsichtlich der kommenden drei Monate sieht das Bild besser aus. Lediglich die Industrie kündigt ein überwiegend defensives Investitions-Verhalten an. Als treibende Kräfte kristallisieren sich Handel, Versorger und besonders die Dienstleister heraus. In den übrigen Branchen halten sich expansive und zurückhaltende Investitionsabsichten die Waage.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu Siemens Computers und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%