IT-Mittelstandsindex Januar 2011
Vorübergehende Abkühlung

Am Jahresanfang ließ saisonbedingt die Wachstumsdynamik der mittelgroßen Unternehmen und Organisationen in Deutschland nach. Gleichzeitig hellten sich die Aussichten für das Frühjahr auf. Analog zur ökonomischen Lage schwächte sich die Bereitschaft ab, in Informations- und Telekommunikationstechnologie zu investieren. Die Investitionsbereitschaft war jedoch robuster als die wirtschaftliche Entwicklung.
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Die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat im Januar gegenüber dem Vormonat erkennbar nachgelassen. Der Index der realisierten Umsätze fiel gegenüber dem Vormonat um 17 auf 99 Punkte. Die Firmen mit rückläufigen Umsätzen überwogen nun also leicht gegenüber den Unternehmen, die steigende Einnahmen verbuchen konnten. Diese Abschwächung wird aber nur eine vorübergehende Delle sein, denn die Aussichten für das Frühjahr haben sich deutlich verbessert: Der Index der wirtschaftlichen Erwartungen stieg erkennbar um zehn auf 134 Zähler und betont den sehr optimistischen Blick auf das Frühjahr.

Der Vergleich mit dem Januar 2010 unterstreicht, dass die rückläufige wirtschaftliche Entwicklung saisonalen Einflüssen geschuldet ist. Denn vor einem Jahr befand sich der Lage-Index auf genau dem gleichen Niveau wie aktuell. Deutlich verbessert gegenüber dem Vorjahr haben sich dagegen die Zukunftsaussichten: Mit plus vierzehn Punkten sehen die Mittelständler heute deutlich optimistischer auf das kommende Frühjahr als sie das noch Anfang 2010 taten.

Die wirtschaftliche Performance trennte die gewerblichen Wirtschaftszweige im Januar in zwei Gruppen. Zum einen waren Versorger und vor allem das Finanzgewerbe wirtschaftlich erfolgreich - hier überwogen die Firmen mit gestiegenen Einnahmen. Auf der anderen Seite standen die übrigen drei Branchen, in denen rückläufige Umsätze vorherrschten: Dienstleister, Industrie und vor allem der Handel. Letztgenannte Branche erfährt allerdings regelmäßig am Jahresanfang nach dem Weihnachtsgeschäft rückläufige Umsätze.

Für das Frühjahr rechnen jedoch alle gewerblichen Wirtschaftszweige überwiegend wieder mit steigenden Einnahmen, allen voran erneut das Finanzgewerbe. Auch die Dienstleister sind überdurchschnittlich zuversichtlich. Weniger optimistisch als die anderen Branchen sind die Versorger, denn mit dem Frühjahr und steigenden Temperaturen wird der Energiebedarf sinken.

Stabiler als die wirtschaftliche Entwicklung waren im Januar die IT-/ TK-Ausgaben. Der entsprechende Index sank gegenüber dem Vormonat um fünf auf 108 Zähler. Die Firmen mit gewachsenen Investitionen waren also nicht mehr so stark in der Mehrheit wie im Monat zuvor. Etwas robuster als die realisierte Investitionsneigung sind die Ausgabenplanungen für die nächsten drei Monate. Sie gaben leicht um drei auf 122 Punkte nach, womit auch weiterhin die investitionsfreudigen Unternehmen deutlich überwiegen.

Wenn auch die aktuelle Ausgabenneigung zurückging, so hat sich die Investitionsbereitschaft für Hightech-Lösungen gegenüber dem Vorjahr erkennbar verbessert. Der zugehörige Index lag im Januar um elf Punkte höher als vor Jahresfrist. Gleichzeitig sind die Ausgabenplanungen noch fast so stark wie sie es Anfang 2010 waren: Mit minus zwei Punkten ist der Planungsindex nur wenig niedriger als zum Beginn des Aufschwung-Jahres 2010.

Bis auf die Non-Profit-Organisationen - hier hielten sich gewachsene und rückläufige IT-/TK-Budgets die Waage - tätigten alle Branchen überwiegend steigende Ausgaben. Vorreiter waren dabei die Versorgungsunternehmen.

Mit Blick auf die nächsten drei Monate planen alle Branchen überwiegend steigende Hightech-Investitionen. Dabei heben sich erneut die Versorger als besonders ausgabenfreudig hervor. Etwas unter dem Durchschnitt bleiben die Ausgabenplanungen von Handel und Finanzgewerbe.

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