IT-Mittelstandsindex Juni 2009
Wirtschaftliche Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Im Juni stabilisierte sich die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Gegenüber Mai stieg der Index der realisierten Umsätze um zwei auf 98 Punkte. Damit überwogen zwar weiterhin noch leicht die Unternehmen mit gesunkenen Umsätzen, der Einbruch vom April konnte aber inzwischen weitgehend abgebremst werden. Eine durchgreifende Verbesserung der Dynamik ist kurzfristig nicht zu erwarten. Darauf deuten die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate hin, die mit 100 Punkten auf einen Ausgleich von Optimisten und Pessimisten hinweisen.

KASSEL. Trotz der wieder stabilisierten gegenwärtigen Entwicklung befindet sich die wirtschaftliche Dynamik nach wie vor auf einem geringen Niveau. Dies zeigt der Vergleich mit der Lage von vor einem Jahr. Im Juni 2008 lag der Index der wirtschaftlichen Lage noch um ganze 25 Punkte höher als heute. Nicht ganz so dramatisch ist der Unterschied hinsichtlich der ökonomischen Aussichten, aber der Rückgang um 14 Punkte zeigt, dass die Unternehmen erkennbar pessimistischer sind als vor einem Jahr.

Zwei Branchen konnten im Juni eine positive wirtschaftliche Entwicklung verzeichnen. Dies waren der Dienstleistungssektor und vor allem die Finanzbranche. Die Mehrheit der Wirtschaftszweige musste allerdings rückläufige Einnahmen verbuchen. Betroffen waren der Handel, die Industrie sowie besonders – aus saisonalen Gründen – der Versorgungssektor.

Ein ähnliches Bild zeigt der Ausblick auf die kommenden drei Monate. Mit großem Abstand führt das Finanzwesen die Optimisten an, leicht überwiegen die zuversichtlichen Firmen in der Dienstleistungsbranche. In den übrigen gewerblichen Wirtschaftszweigen – besonders im Handel und bei den Versorgern - setzt sich dagegen der Pessimismus durch.

Die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben hat sich im Juni abgeschwächt. Dies ist nicht ungewöhnlich zum Sommerbeginn, allerdings setzten sich erstmals seit langem die Firmen mit rückläufigen Ausgaben deutlich durch: Der Index der realisierten Ausgaben fiel gegenüber dem Vormonat um zehn auf nur 96 Zähler. Hoffnungen auf eine Verbesserung wecken immerhin die Ausgabenplanungen der nächsten drei Monate, die um drei auf 111 Punkte stiegen.

In ähnlichen Dimensionen wie die aktuelle Entwicklung bewegt sich der Vergleich mit dem Vorjahr. So liegt die aktuelle Marktlage mit minus sechs Punkten unter dem Niveau von vor einem Jahr. Mit minus zehn Zählern noch etwas schwächer sind die Ausgabenabsichten.

Treiber der Nachfrage im Juni waren das Finanzgewerbe und der Handel – allein in diesen beiden Branchen überwogen die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben. Im Dienstleistungsgewerbe setzten sich die zurückhaltenden Unternehmen leicht, in der Industrie deutlich durch. In den übrigen beiden Branchen Non-Profit und Versorger glichen sich expansive und rückläufige Budgets aus.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate kündigen alle Branchen außer der Industrie (hier dominieren sinkende Etatplanungen) überwiegend wachsende IT-/TK-Ausgaben an. Treibende Kraft ist eine recht homogene Gruppe mit überdurchschnittlich positiven Ausgabenplanungen. Diese setzt sich aus Non-Profit, Finanzwesen, Versorgern und besonders Dienstleistern zusammen. Knapp im Gesamtschnitt bewegt sich der Handel.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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