IT-Mittelstandsindex März 2009
Wirtschaftliche Lage und IT-Nachfrage stabilisiert?

Zum ersten Mal seit Beginn der Finanzkrise entwickelte sich die wirtschaftliche Situation der deutschen mittelgroßen Unternehmen und Organisationen überwiegend positiv. Auch die Perspektiven waren im März mehrheitlich zuversichtlich und lassen auf eine weitere Erholung hoffen. Der bisherige Verlauf der Rezession hat allerdings Spuren hinterlassen, so dass sich die ökonomische Lage weiter auf einem niedrigen Niveau bewegt. Ähnlich entwickelte sich der Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK), der gegenüber der Krise bisher etwas resistenter war als die wirtschaftliche Situation.

KASSEL. Im März setzte sich die wirtschaftliche Erholung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland fort. Erstmals seit fünf Monaten kletterte der Lage-Index wieder in den positiven Bereich. Gegenüber dem Vormonat stieg der Index der realisierten Umsätze um sieben auf 105 Punkte. Damit überwogen endlich wieder die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen. Die Mittelständler sind dabei unverändert optimistisch, dass die erfreuliche Entwicklung anhalten wird: Der Index der wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate blieb erneut bei 105 Zählern, womit sich die Optimisten weiter durchsetzen können.

Die gegenwärtigen Fortschritte bewegen sich allerdings noch auf einem niedrigen Niveau. So beträgt aktuell der Index der realisierten Umsätze 13 Punkte weniger als im März 2008. Die ökonomischen Aussichten sind noch zurückhaltender, sie weisen sogar 22 Zähler weniger auf als noch vor zwölf Monaten.

Wie in den drei Monaten zuvor war der ökonomische Verlauf in den Branchen erneut recht unterschiedlich. Zum einen hatte die Industrie mit einer anhaltenden konjunkturellen Negativ-Entwicklung zu kämpfen, und die Versorger waren saisonal sehr häufig mit rückläufigem Absatz und Umsatz konfrontiert. Dagegen konnten das Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie vor allem der Handel deutlich überwiegend gewachsene Einnahmen verbuchen. Im Gesamtschnitt platzieren sich die Dienstleister, die eine leicht positive Bilanz ziehen konnten.

Die Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate zeigen ein ähnliches Branchen-Ranking. Die Industrie kann sich nach eigener Einschätzung auch weiterhin nicht aus ihrem Abwärtstrend befreien. Die schwächsten Aussichten melden erneut die Versorgungsunternehmen, deren saisonmäßig schwächster Jahresabschnitt bevorsteht. Am zuversichtlichsten sind der Handel und besonders die Finanzbranche. Leicht überwiegen die Optimisten im Dienstleistungsgewerbe.

Analog zur wirtschaftlichen Entwicklung kehrte auch die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben wieder in den positiven Bereich zurück. Der Index der realisierten Ausgaben stieg gegenüber dem Vormonat um sechs auf 105 Zähler, womit nunmehr die Unternehmen mit gewachsenen Hightech-Ausgaben überwogen. In ihren Planungen gehen die Mittelständler von einer weiterhin expansiven Investitionsneigung aus: Der Index der Ausgabenplanungen hielt sich nahezu unverändert im positiven Bereich bei 113 Punkten (Vormonat: 115).

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt ein differenziertes Bild. Während die aktuelle Marktlage schon fast wieder das Niveau des Vorjahres erreicht hat (nur minus drei Punkte gegenüber März 2008), sind die Erwartungen an die weitere Marktentwicklung noch deutlich zurückhaltender (minus zehn Punkte).

Bis auf die Industrie tätigten im März alle Branchen überwiegend gestiegene IT-/TK-Ausgaben. Treiber des Marktes waren die Versorger und der Non-Profit-Sektor. Die übrigen Branchen bewegten sich im Gesamtschnitt des Marktes.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate kündigen alle Wirtschaftszweige überwiegend wachsende Ausgaben an. Als treibende Kräfte kristallisieren sich gleich drei Branchen heraus: der Non-Profit-Sektor, die Industrie und das Finanzgewerbe. Im Durchschnitt liegen Versorger und Handel, darunter – aber immer noch im positiven Bereich – die Dienstleister.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu Siemens Computers und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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