IT-Mittelstandsindex
Marktdynamik im Januar eingefroren

Im Januar ließ die Einnahmendynamik des deutschen Mittelstandes erkennbar nach. Ähnliches gilt auch für die getätigten Ausgaben für Informations- und Telekommunikationstechnologie (IT/TK). Die Perspektiven hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und der geplanten IT-/TK-Investitionen sind zum Ausgleich recht zuversichtlich. Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung sind jedoch nicht mehr so überschwänglich wie Anfang 2006.

KASSEL. Die wirtschaftliche Dynamik des Mittelstands verlor zum Jahresbeginn deutlich an Schwung. Der Index der erzielten Umsätze verlor 17 Punkte und landete mit 102 Zählern noch knapp über der 100-Punkte-Linie. Damit übertreffen weiterhin die Umsatzgewinner die Umsatzverlierer, aber deutlich geringer als im Vormonat. Immerhin hielten sich die Geschäftserwartungen auf stabilem Niveau. Mit unverändert 123 Punkten bewerten die mittelgroßen Unternehmen ihre Umsatzperspektiven nach wie vor recht positiv.

Die Abkühlung der wirtschaftlichen Situation am Jahresanfang ist nicht unüblich, allerdings erreichte der Lageindex sechs Punkte weniger als noch am Anfang des Jahres 2006. Noch stärker (minus 19 Punkte) haben sich die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung eingetrübt. Die Perspektiven sind zwar nach wie vor recht zuversichtlich, jedoch nicht mehr so äußergewöhnlich überschwänglich wie im Januar 2006 - kurz nach dem Regierungswechsel.

In der Industrie und dem Dienstleistungsgewerbe war die aktuelle Umsatzentwicklung im Januar gegenüber dem Vormonat sogar überwiegend rückläufig. In den übrigen Wirtschaftszweigen konnten sich weiterhin die Unternehmen mit gewachsenen Einnahmen durchsetzen. An die Spitze setzte sich dabei die Versorgungsbranche, die trotz des ungewöhnlich milden Winters offenbar doch noch merkliche Umsatzsteigerungen realisieren konnte. Deutlich über dem Durchschnitt lag auch die Performance des Finanzgewerbes. Als Überraschung ist das positive Abschneiden des Handels zu werten. Trotz Mehrwertsteuer-Erhöhung und starken Weihnachtsgeschäfts konnte der Handel überwiegend gestiegene Einnahmen melden. Mit Ausnahme des Versorgungssektors, dessen Einnahmen mit steigenden Temperaturen abnehmen, rechnen alle gewerblichen Branchen mit einer positiven Einnahmenentwicklung für die kommenden drei Monate. Als Vorreiter identifiziert sich dabei die Industrie, vor dem Finanzgewerbe, dem Handel und der Dienstleistungsbranche.

Analog zur wirtschaftlichen Entwicklung ließ auch die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben im Januar erkennbar nach. Der Indikator der getätigten Investitionen fiel um 14 auf 100 Punkte. Damit halten sich nunmehr die Unternehmen mit gestiegenen und gefallenen Ausgaben die Waage. Diese Entwicklung kommt nicht völlig überraschend; hatten die Unternehmen schon im Dezember mit rückläufiger Ausgabenbereitschaft gerechnet, jedoch nicht ganz so stark wie jetzt festzustellen ist. Zum Ausgleich der Rückwärtsentwicklung bei den aktuellen Ausgaben haben die Investitionsplanungen eine Kehrtwendung nach oben vollführt und lassen auf wieder wachsende IT-/TK-Ausgaben hoffen: Der Erwartungsindex wuchs um 14 auf 124 Zähler.

Ähnlich wie bei der Entwicklung der ökonomischen Situation, ist eine Abkühlung der Ausgabenneigung im Jahresvergleich auffällig. Der Indikator der realisieren IT-/TK-Ausgaben liegt um zwölf Zähler niedriger als vor Jahresfrist. Immerhin erreichen die Ausgabenaussichten fast wieder das Vorjahresniveau.

Überwiegende Ausgabensteigerungen konnten im Januar lediglich drei Wirtschaftszweige erzielen. Am besten war dabei die Investitionsneigung in der Versorgungsbranche, vor dem Öffentlichen / Non-Profit-Sektor und dem Handel. In den übrigen Branchen überwog die Ausgabenzurückhaltung, vor allem im Finanzgewerbe. Zum Ausgleich kündigt die Geldbranche für die kommenden drei Monate überdurchschnittlich häufig steigende IT-/TK-Investitionen an. Noch optimistischer sind die Ausgabenplanungen im Versorgungssektor. Hinter dem Spitzenduo folgen der Öffentliche/Non-Profit-Sektor, Industrie, Dienstleister und der Handel.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publiziert » Avaya in Zusammenarbeit mit » Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des Ifo-Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der Ifo-Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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