IT-Mittelstandsindex
Mittelständler geben weniger aus

Die wirtschaftliche Lage der mittelständischen Unternehmen hat im Juli saisonbedingt nachgelassen. Zwar hellten sich im Gegenzug die wirtschaftlichen Perspektiven auf, diese sind aber deutlich zurückhaltender als zur gleichen Zeit vor einem Jahr. Auch die Ausgabenplanungen für Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) sind nicht mehr so gut wie im Vorjahresmonat und ließen auch gegenüber dem Vormonat nach.

KASSEL. Im Juli ließ die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung nach. Gegenüber dem Vormonat sank der Index der realisierten Umsätze erkennbar um acht auf 115 Punkte. Demnach überwiegen die Unternehmen mit gutem Geschäftsverlauf nicht mehr so sehr wie im Vormonat, sind jedoch noch immer deutlich in der Überzahl. Im Gegenzug hellten sich die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate wieder auf. Der Indexwert stieg um sieben auf 122 Punkte. Das heißt, die optimistischen Unternehmen können sich stärker als im Vormonat gegenüber den pessimistischen durchsetzen.

Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2007 hat die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung nachgelassen, allerdings nur geringfügig um zwei Punkte. Der derzeitige Rückwärtsentwicklung ist demnach vor allem saisonal bedingt. Deutlich stärker aber trübten sich im Jahresvergleich die ökonomischen Perspektiven ein: Gegenüber dem Juli 2007 fiel der entsprechende Indikator um zehn Punkte.

Bis auf die Versorgungsunternehmen - die saisonbedingt überwiegend gesunkene Einnahmen hinnehmen mussten - konnten im Juli alle gewerblichen Wirtschaftszweige eine positive wirtschaftliche Entwicklung verbuchen. Treibende Kräfte waren dabei die Dienstleister sowie das Kredit- und Versicherungsgewerbe. Die Performance der übrigen Branchen entsprach dem Gesamtschnitt.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate wandelt sich die Versorgungsbranche vom Schlusslicht zum Vorreiter der Optimisten. Kein anderer Wirtschaftszweig blickt so zuversichtlich auf die kommenden drei Monate. Dabei spielen besonders die Erwartungen an den, in den kälteren Monaten wieder steigenden, Energiebedarf eine Rolle. Im Handel halten sich Optimisten und Pessimisten die Waage. Die übrigen Wirtschaftszweige bewegen sich im Gesamtschnitt.

Entgegengesetzt zur ökonomischen Entwicklung erholte sich die Investitionsneigung im IT-/ TK-Markt erstmals seit drei Monaten wieder. Der Index der realisierten Ausgaben stieg im Vergleich zum Vormonat um sechs auf 108 Punkte. Das bedeutet, die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben übertrafen die Firmen mit gesunkenen Investitionen wieder deutlicher. Die Ausgabenplanungen gaben im Gegenzug leicht nach. Der entsprechende Index liegt nun bei 118 Punkten, vier Punkte weniger als im Vormonat. Damit überwiegen jedoch weiterhin erkennbar die Firmen mit expansiven Ausgabenplänen.

Im Gegensatz zur Veränderung zum Vormonat ließ die Ausgabenneigung im Jahresvergleich leicht nach, und zwar um zwei Punkte. Noch etwas mehr kühlten sich die Investitionsplanungen gegenüber dem Vorjahresmonat ab: um sechs Zähler.

Sämtliche Branchen konnten im Juli gewachsene IT-/TK-Ausgaben realisieren. Vorreiter der Investitionen waren im Juli der Versorgungs-Sektor sowie das Kredit- und Versicherungsgewerbe. Die Industrie und der Handel bilden das untere Ende, die übrigen Wirtschaftszweige entsprechen dem Durchschnitt.

Auch hinsichtlich der geplanten Investitionen liegen alle Branchen im positiven Bereich. Treibende Kräfte sind dabei die Dienstleister und der Non-Profit-Bereich. Am wenigsten ausgabenfreudig zeigen sich die Versorger und die Industrie. Die restlichen Branchen liegen im Gesamtschnitt.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publiziert Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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