IT-Mittelstandsindex September 2009
Deutliche Verbesserung der Lage

Die wirtschaftliche Lage der mittelgroßen Unternehmen in Deutschland hat sich im September, sowohl saisonal als auch konjunkturell bedingt, deutlich verbessert. Die ökonomischen Perspektiven trübten sich im Gegenzug leicht ein, blieben aber weiter auf hohem Niveau. Erfreulich entwickelte sich auch die Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK). Die Ausgabenplanungen blieben weitgehend unverändert.
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KASSEL. Die wirtschaftliche Dynamik der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat im September deutliche Fortschritte gemacht. Gegenüber dem Vormonat kletterte der Index der realisierten Umsätze um 17 auf 119 Punkte. Damit überwogen so deutlich wie seit Juni 2008 nicht mehr die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen. Aufgrund der verbesserten Ausgangsbasis ließen die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate etwas nach. Ihr Index sank um vier auf 122 Zähler, womit die Optimisten aber immer noch sehr deutlich überwiegen.

Die Verbesserung der wirtschaftlichen Dynamik ist nicht nur auf den saisonalen Effekt zurückzuführen, sondern ist auch Ausdruck einer konjunkturellen Erholung: Der Index der Umsatzentwicklung liegt um neun Punkte höher als vor 12 Monaten. Und auch die die ökonomischen Aussichten sind mit plus zwei Zählern etwas optimistischer als im September 2008.

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Treiber der positiven wirtschaftlichen Entwicklung im September waren das Finanzgewerbe und besonders die Dienstleistungsunternehmen. Dem gegenüber stehen die Versorger, die leicht überwiegend mit rückläufigen Umsätzen konfrontiert waren. Etwas unter dem Durchschnitt - aber immer noch im positiven Bereich - bewegte sich die Entwicklung im Handel. Sogar die lange Zeit schwer geprüfte Industrie konnte erstmals seit einem Jahr wieder eine positive Entwicklung verbuchen und sich damit im Marktdurchschnitt positionieren.

Für die kommenden drei Monate sind alle gewerblichen Wirtschaftszweige optimistisch. Das gilt vor allem für das Finanzgewerbe, den Handel und die Versorger. Die Industrie liegt unter dem Durchschnitt, aber immer noch im positiven Bereich. Im Gesamtschnitt befinden sich die Dienstleister.

Sehr erfreulich entwickelte sich im September die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben. Der Index der realisierten Ausgaben stieg um fünf auf gute 113 Zähler, womit die Firmen mit gestiegenen Investitionen so stark wie seit April 2008 nicht mehr in der Mehrzahl waren. Die Ausgabenplanungen hielten sich fast auf dem Vormonatsniveau: Der Planungsindex nahm geringfügig um einen auf 113 Punkte ab. Die Firmen mit expansiven Investitionsabsichten überwiegen also fast so stark wie im Monat zuvor.

Die aktuelle Ausgabenneigung hat sich auch gegenüber dem Vorjahr geringfügig verbessert und weist damit auf positive konjunkturelle Einflüsse hin. Der entsprechende Index lag um zwei Punkte höher als im September 2008. Eingetrübt haben sich im Jahresvergleich dagegen die Ausgabenplanungen für das vierte Quartal. So liegt der Erwartungsindex um acht Punkte niedriger als vor zwölf Monaten.

Treibende Kräfte der IT-/TK-Nachfrage waren im September die Finanzbranche sowie der Non-Profit-Sektor. Auch in den übrigen Branchen konnten sich die Unternehmen mit gestiegenen Hightech-Investitionen durchsetzen. Etwas unter dem Durchschnitt lagen die Versorger. Die übrigen Wirtschaftszweige - Dienstleistungen, Industrie und Handel - lagen im Gesamtschnitt.

Mit Ausnahme des Handels kündigen alle Branchen überwiegend wachsende IT-/TK-Ausgaben an. Als Vorreiter kristallisieren sich dabei Industrie, Versorger und der Finanzsektor heraus. Die Ausgabenplanungen der übrigen beiden Wirtschaftszweige - Dienstleistungen und Non-Profit - bewegen sich im Durchschnitt.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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