IT-Mittelstandsindex
Überraschend positive Entwicklung

Die wirtschaftliche Stimmung im deutschen Mittelstand hat sich im Juli trotz der sonst üblichen Sommerflaute deutlich verbessert. Dies trifft besonders auf die Umsatzerwartungen zu. Die Neigung zu Ausgaben für Informations- und Telekommunikationstechnologie (IT/TK) blieb stabil. Optimistisch entwickelten sich die Investitionsplanungen, jedoch mit Abstand nicht so sehr wie die ökonomischen Erwartungen.

KASSEL. Im Monat Juli haben sich die Dynamik der realisierten Umsätze und vor allem die Prognosen für die zukünftigen Einnahmen deutlich verbessert. Der Lage-Index ist gegenüber dem Vormonat von 109 auf 117 Punkte angestiegen. Dies bedeutet, dass die Firmen mit gestiegenen Einnahmen stärker überwiegen als noch im Juni. Die mittelgroßen Unternehmen sehen darüber hinaus den nächsten drei Monaten sehr viel optimistischer entgegen, so dass der Erwartungs-Index um beachtliche 20 Zähler auf 132 Punkte anstieg.

Durch die erfreuliche saisonuntypische Entwicklung erreichte die aktuelle Stimmungslage wieder das Vorjahresniveau, nachdem das wirtschaftliche Klima des Juni im Vorjahresvergleich deutlich kühler war. Der Lage-Index liegt aktuell nur einen Punkt unter dem Vorjahreswert. Der Indikator der Umsatz-Prognosen erreichte im Vergleich zum Vorjahr sogar zwei Zähler mehr.

Die beste Umsatzentwicklung aller gewerblichen Branchen konnte im Juli die Industrie verbuchen, vor dem Kredit- und Versicherungsgewerbe. Danach folgen der Handel und – auch mit positiver, aber unterdurchschnittlicher Performance - der Dienstleistungssektor. In der Versorgungsbranche glichen sich die Firmen mit gestiegenen und gesunkenen Einnahmen aus. Damit hat dieser Wirtschaftszweig offenbar für dieses Jahr den Umkehrpunkt erreicht. Denn nach der Industrie signalisiert der Versorgungssektor die zweitbesten Aussichten für die kommenden drei Monate. Auch die übrigen Branchen sehen der nächsten Zukunft durchweg optimistisch entgegen. Hinter den beiden Spitzenreitern folgen der Finanzsektor und die Dienstleister. Auch zuversichtlich, jedoch nicht so ausgeprägt wie in den anderen gewerblichen Branchen, sind die Geschäftsaussichten des Handels.

Die Bereitschaft in IT-und TK-Produkte zu investieren, ist wie im Vormonat relativ stabil. Der Lage-Index, der die aktuell getätigten Ausgaben beschreibt, ist um drei Punkte zurückgegangen und liegt jetzt bei 109 Zählern. Damit überwiegen weiterhin die Unternehmen mit gestiegenen IT-/TK-Investitionen, jedoch nicht mehr ganz so sehr wie im Vormonat. Der Erwartungs-Index gewann dagegen vier Punkte hinzu und erreicht aktuell 120 Zähler. Somit können sich die positiven Planungen gegenüber den zurückhaltenden etwas stärker durchsetzen als noch im Juni.

Zwiespältig ist der Vergleich mit dem Vorjahr. Der Index der realisierten Ausgaben nahm im Zwölf-Monats-Vergleich um vier Punkte ab. Die Ausgaben-Planungen dagegen bewegen sich aktuell um fünf Zähler höher als vor Jahresfrist.

Nach Branchen differenziert, ergibt sich ein erfreuliches Gesamtbild für die IT- und TK-Gesamtausgaben. Die Signale stehen in allen Segmenten im positiven Bereich. Hinsichtlich der realisierten Investitionen waren die Versorgungsunternehmen am aktivsten. Über dem Durchschnitt bewegten sich auch die Finanzdienstleister. Danach folgen das Dienstleistungsgewerbe, Industrie, Non-Profit und der Handel. Für die nächsten drei Monate kündigt der Non-Profit-Sektor die größte Investitionsbereitschaft an. Eine überdurchschnittliche Ausgabenneigung signalisiert auch der Handel. Dahinter schließen sich Versorger, Dienstleister, Finanzgewerbe und die Industrie an.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publiziert » Avaya in Zusammenarbeit mit » Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des Ifo-Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der Ifo-Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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