IT-Sicherheit
Kobil: Sicher durch's Netz

Ein ewiger Wettlauf zwischen den Guten und den Bösen: Kriminelle Hacker greifen das Netz an, findige Programmierer entwickeln Abwehrsysteme. Ismet Koyun steht auf der Seite der Guten. Sein Unternehmen Kobil entwickelt Technologien, die das Internet sicherer machen. Mit Erfolg. Sogar Bill Gates fand lobende Worte für die Produkte aus Worms.

WORMS. Ismet Koyun hat einen zehnjährigen Sohn. Dass der, wenn er wollte, bei Google ohne Weiteres Pornos runterladen könnte, treibt den Vater um: "So was hat nichts mit Freiheit zu tun. Das ist krank." Ismet Koyun kennt die vielfältigen Gefahren des Internets. Mit seinem Unternehmen, der Kobil Systems GmbH, will er das Netz sicherer machen - nicht nur für seinen Sohn und nicht nur wegen der Pornos. IT-Sicherheitstechnologie, Hard- und Software, das ist Koyuns Geschäft.

Und das begann, ganz bescheiden, vor über 20 Jahren in einem Studentenwohnheim. 1978 war Koyun, gerade mal 18 Jahre alt, zum Informatik-Studium aus der Türkei nach Worms gekommen. Um das Studium zu finanzieren, entwickelt er eine clevere Geschäftsidee. Gemeinsam mit einem Freund sammelt er hundert Bestellungen für PCs, kauft die Geräte bei einem Großhändler zu einem günstigen Preis und verkauft sie nicht ganz so günstig. Die beiden machen einen satten Gewinn von 60 000 DM. Der Freund kauft sich von seinem Anteil einen BMW, Ismet Koyun investiert seinen in das nächste Projekt.

1986 gründet er die Kobil Systems GmbH. Am Anfang kauft er PCs aus Taiwan, bastelt am Motherboard und macht aus lahmen Rechnern flotte. Immer wieder hat das junge Unternehmen Probleme mit der Finanzierung. Einige Projekte scheitern, weil die Banken keine Kredite geben. "Der Mittelstand ist der wichtigste Teil der Wirtschaft und wird am schlechtesten behandelt." Das, sagt Kobil, sei auch heute noch so.

Mitte der 90er Jahre kommt dann der erste Großauftrag: Die Telekom stattet alle Arbeitsplätze im Konzern mit dem B1-Chipkartenlesegerät von Kobil aus. Inzwischen finden sich weitere große Namen auf der Kundenliste des Wormser Unternehmens. Zum Beispiel internationale Geldinstitute wie die Commerzbank und die Schweizer UBS. Und auch der Bundestag, die DATEV und das ZDF nutzen die Wormser Technik.

Der Mittelständler schreibt heute schwarze Zahlen. Gewinne, so Koyun, investiere er in die Entwicklung neuer Produkte. Nur mit einem technologischen Vorsprung könne er den Umsatz massiv steigern. Der lag 2008 bei ungefähr 20 Millionen Euro. "Für die Zukunft erwarte ich 50 bis 60 Millionen", sagt Koyun und lächelt selbstbewusst.

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