Jährlich 71 000 Unternehmen betroffen
Nachfolgeregelung sichert Finanzierung

Das Schicksal von Familienunternehmen ist oft eng mit der Person des Inhabers verknüpft. Und auch für die kreditgebenden Banken ist die Frage der Nachfolge von großer Wichtigkeit.

HB NÜRNBERG. Franz Wohlrat hat seinen Banken viel zu verdanken. Der Fleischwarenhersteller aus dem Westfälischen konnte sein internationales Vertriebsnetz nur mit Hilfe ihrer Kredite aufbauen. Der 70-jährige Familienunternehmer hält die Zügel in seinem Unternehmen mit 220 Mill. Euro Umsatz noch fest in der Hand. Das Thema Nachfolgeregelung blendet er konsequent aus: Wer denkt schon gerne über sein Ausscheiden nach.

Wenn die Banken das Thema aufgreifen und auch Wohlrats Sohn in die Gespräche einbeziehen wollen, wird der Senior misstrauisch. Bankgespräche sind aus seiner Sicht „Chefsache“, und seinem Sohn traut er sowas nicht zu: „Meinetwegen kann er mitkommen“, brummelt er nach langem Drängen, „aber sagen braucht er nichts.“

Doch die kreditgebenden Banken wollen wissen, was nach Wohlrat Senior mit dem Fleischwarenhersteller passiert. Und deshalb wollen sie genau erfahren, welche Konzepte der Junior in der Schublade hat. Den Unternehmer Franz Wohlrat gibt es nicht wirklich als reale Person, doch handelt es sich hier um das lebensnahe Modell eines Familienunternehmers, mit all seinen Ängsten, wie er jedem Berater alltäglich begegnet.

Da das Thema Nachfolgeregelung für die kreditgebenden Banken überlebenswichtig ist, gehört sie zu den entscheidenden Kriterien bei der Bonitätsbeurteilung. Die Bank gewichtet Management und Nachfolge mit fast 15 Prozent. Durch eine „sichtbare“ Nachfolgeregelung kann sich das Rating um zwei Schritte verbesseren. Denn mit der Regelung der Nachfolge wird einer der größten Risikofaktoren bei Familienunternehmen, deren Entwicklung oft mit einer einzigen Person verknüpft ist, beseitigt. Nach den aktuellen Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn steht jährlich bei 71 000 Unternehmen die Nachfolgeregelung an.

Doch bereits vor dem Ruhestand ist es wichtig, Vorsorge zu treffen, um für den Notfall – wie Unfall, Erkrankung oder frühzeitiger Tod des Inhabers – gewappnet zu sein. Für die Kreditgeber ist dabei entscheidend: Wie ist die Nachfolge dokumentiert?

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