Joint-Ventures sind beliebt bei deutschen Herstellern von Brautechnik mit Standorten in China
Voller Einsatz für Chinas Brauereien

Die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in Sachen Bier hat eine lange Tradition. Doch die Firmen für Tanks und Abfüllanlagen bekommen jetzt Probleme in Fernost. Deutsche Maßarbeit allein reicht schon lange nicht mehr, der Markt ist hart umkämpft.

AUGSBURG. Bei der Ziemann Ludwigsburg GmbH baut man Tanks für Brauereien. Die Stammkundschaft kommt aus Deutschland, sollte man meinen. Aber schon vor über 100 Jahren hat Ziemann die erste Brauerei in China gebaut. Geschäftsführer Joachim Gunkel ist stolz auf die lange Erfahrung. "Viele Unternehmen sind in China schon gescheitert, weil sie die Gesetze und kulturellen Gepflogenheiten vor Ort nicht kannten." Weil der Markt schwieriger wird, hat sich Ziemann vor zwei Jahren mit dem chinesischen Lebensmittelmaschinenbauer Lehui zusammengeschlossen, dem chinesischen Marktführer für Braugefäße.

Joint-Ventures sind derzeit beliebt bei deutschen Herstellern von Brautechnik mit Standorten in China, wenn sie sich nicht mit Innovationen positionieren können, die es im Reich der Mitte noch nicht gibt. Denn deutsche Maßarbeit allein reicht hier schon lang nicht mehr.

"2007 ist Chinas Biermarkt gegenüber dem Vorjahr zwar um 11,8 Prozent gewachsen", bestätigt Fei Qian, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Brauereitechnologie der TU München den Bierboom in China. "Doch der chinesische Biermarkt ist stark umkämpft." Der Experte geht schon von deutlichen Überkapazitäten aus.

Auch Gonjin Xu, Schulleiter der Brautechnischen Akademie in Wuhan, warnt deutsche Unternehmen vor den großen Hürden, die der chinesischen Markt bereit hält: "In der Entwicklungsphase der chinesischen Wirtschaft spielt der Preis eine sehr große Rolle. Da können deutsche Unternehmen oft nicht mithalten."

Deutschen Unternehmen rät der Fachmann für Brautechnik deshalb, sich zu spezialisieren: "Unternehmen, die in den chinesischen Biermarkt einsteigen wollen, sollten mit Spezialwissen punkten". Deutsche Qualität sei nach wie vor beliebt.

Auf technisches Sonderwissen setzt zum Beispiel die Gernep GmbH für Etikettiertechnik aus dem bayrischen Barbing. Seit Mitte 1990 ist der Mittelständler auch in Asien vertreten. In China stehen mittlerweile rund 100 Etikettieranlagen aus dem Haus Gernep. Doch in den letzten Jahren machte die wachsende Konkurrenz chinesischer Unternehmen den Bayern Druck. "In China haben wir uns jetzt auf den Softdrink-Sektor spezialisiert", sagt Martin Hammerschmid, Vertriebsleiter von Gernep. "Die Etikettierung von PET-Flaschen beherrschen chinesische Hersteller nämlich noch nicht." Mit der altbewährten Etikettiertechnik für Glasflaschen, die auch im Biermarkt eingesetzt werden, besticht man den chinesischen Kunden längst nicht mehr. "Die Schnelligkeit, mit der sich Technologien in China entwickeln macht uns sehr zu schaffen", sagt Hammerschmid.

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