Joyou-Übernahme
Wie Grohe die asiatische Konkurrenz angreifen will

Klarer Marktführer in China zu werden - das war das Ziel des Armaturenherstellers Grohe mit dem Übernahmeangebot an den chinesischen Wettbewerber Jouyou. Nun steht das Geschäft kurz vor dem Vollzug.
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DüsseldorfVor drei Monaten hatte der Sanitärspezialist Grohe den Aktionären der chinesischen Joyou ein Übernahmeangebot gemacht. Jetzt meldet Grohe-Chef David Haines den Vollzug. „Wir haben unser Ziel erreicht. In vier Wochen ist das Übernahmeangebot erledigt“, sagte Haines im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Tochter Grohe-Asia, über die das Übernahmeangebot läuft, hält bereits 32,58 Prozent der Stimmrechte an dem chinesischen Marktführer Joyou. Da die Gründerfamilie von Joyou sich verpflichtet hat, einen Großteil ihrer Aktien in Papiere der Grohe Asia umzutauschen, ist sich Grohe bereits über 57 Prozent der Stimmrechte sicher.

„Durch Joyou erhält Grohe eine atemberaubende Präsenz im riesigen Markt China“, sagt Grohe-Chef Haines. Die 1988 von Jianshe Cia gegründete Firma ist mit einem Umsatz von 246 Millionen Euro Marktführer im Sanitärmarkt Chinas. Vor allem verfügt Joyou über rund 3.600 eigene Läden in China. Grohe dagegen besitzt bisher nur knapp 500 Vertriebskanäle in China und erzielt damit rund 50 Millionen Euro Umsatz. „Durch die Übernahme werden wir klarer Marktführer in China“, sagt Haines.

Zwar läuft das Übernahmeangebot formal noch bis zum 25. Mai. Aber: „Wir werden das Angebot nicht erhöhen“, sagte der Grohe-Chef. Ohnehin liegt der Angebotspreis mit 13,50 Euro für die Joyou-Aktie mit einer Prämie von nur fünf bis sechs Prozent nur knapp über dem Mindestpreis.

Die Analysten von Merrill Lynch halten den von Grohe offerierten Preis für zu niedrig. Sie sehen den Wert pro Aktie bei 18 Euro. Auch der Vorstand von Joyou hält den Angebotspreis für nicht angemessen und empfiehlt den Aktionären, das Angebot abzulehnen. Er betonte aber auch die Vorteile einer verstärkten Kooperation beider Unternehmen. Die Gründerfamilie Cai tauscht ein Paket in Höhe von knapp 30 Prozent der Aktien in Papiere von Grohe-Asia um und bleibt weiter mit rund sechs Prozent an Joyou beteiligt.

Marken bleiben erhalten

An der Übernahme weiterer Aktien ist Haines nicht interessiert. „Wir werden Joyou voll konsolidieren und brauchen keine weiteren Aktien“, sagt er. „Die Genehmigung der chinesischen Kartellbehörde liegt bereits vor.“ Ein Gewinntransfer ist laut Haines nicht geplant, Joyou soll auch weiter an der Börse Frankfurt notiert bleiben.

Ebenso sollen beide Marken getrennt bleiben. „Es bleibt bei der strengen Differenzierung mit getrennten Firmen und Vertriebsmannschaften“, betont Haines. Die beiden Marken sollen unterschiedliche Segmente des Sanitärmarktes ansprechen.

Haines will Joyou internationalisieren und in anderen Ländern Asiens aber auch in Lateinamerika, Afrika und dem Mittleren Osten einführen. Lieferungen an Grohe durch die neue Tochtergesellschaft stehen nach Haines erst mittelfristig auf dem Programm und seien nicht Grund für die Übernahme gewesen. Bisher habe Grohe nichts von Joyou bezogen, die beiden Firmen kooperierten nur im Vertrieb.

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