„Just-in-time-Lieferungen“
Die Lieferung landet direkt auf dem Laufband

Nicht nur in der Automobilindustrie verlangen immer mehr Unternehmen „Just-in-time-Lieferungen“. Diese Art der Logistik birgt besonders für Zulieferer mit verschiedenen Kunden Risiken. Schon bei kleineren Lieferpannen drohen empfindliche Doch die punktgenaue Lieferung hat auch einen entscheidenden Vorteil.

KÖLN. Mit komplizierten Kundenwünschen hat die Tübinger Sidler Automotive GmbH &Co. KG Erfahrung. Immerhin kann sie sich seit über achtzig Jahren auf dem Markt der Autozulieferer halten. Auch der Wunsch nach "Just-in-time-Lieferungen" konnte das Unternehmen nicht aus der Bahn werfen: Viele Kunden wollten ihre bestellten Teile plötzlich nicht mehr lagern - sondern exakt dann geliefert bekommen, wenn sie sie brauchten.

Seit zwanzig Jahren liefert Sidler Innenraumleuchten, Aschenbecher und Ablagen für etwa vierzig Prozent der Kunden direkt ans Band - darunter Daimler, Toyota und Ford. Und die haben laut Sidlers Logistikleiter Christopher Goold noch immer nicht genug: "Die Nachfrage nach Just-in-time-Produkten steigt noch."

Reibungslos geht die Lieferart nicht immer vonstatten. Denn den eigenen Produktions- und Lieferrhythmus mit den Rhythmen mehrere Kunden zu synchronisieren, ist gar nicht so leicht. "Alles, was schief gehen kann, ist schon schief gegangen", sagt Goold: Maschinenprobleme, defekte Werkzeuge, Fehler der Mitarbeiter. Bevor beim Kunden das Montageband stillstand, konnte er jedoch noch jedes Lieferproblem beheben.

Nicht nur in der Autoindustrie verlangen immer mehr Unternehmen "Just-in-time-Lieferungen". Zeitlich abgestimmte Lieferungen flexibilisieren nämlich die Serienproduktion nicht nur. Sie senken auch die Kosten, erspart das Liefersystem doch die komplette Lagerung, die sehr gerade bei teuren Bauteilen ins Geld geht. Und wenn Produkte erst einmal falsch gelagert werden oder zu lange liegen bleiben und nicht mehr zu gebrauchen sind, ist der Ärger groß.

Im BMW-Werk in München etwa kommt daher mittlerweile ein Drittel der Teile "just in time" an: Getriebe, Motoren, Türverkleidungen, Scheinwerfer, Bodenverkleidungen und vieles andere. "Lagerhaltung verschlingt einerseits Fläche, die dann für wertschöpfende Tätigkeiten fehlt", sagt BMW-Sprecher Frank Wienstroth. "Zugleich bindet sie Kapital. Und außerdem wird die Flexibilität beeinträchtigt."

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