Käuferportal
Internetmarktplatz für Mittelständler

In kürzester Zeit haben Robin Behlau und Mario Kohle einen Internetmarktplatz für Mittelständler geschaffen - finanziert über Investoren aus der Startup-Szene. „Käuferportal“ nimmt die Rolle eines Fachhändlers ein, ohne selbst das Produkt zu verkaufen.

An einigen Stellen schimmert unter dem Bezug der roten Schlafcouch schon das weiße Polster durch. Mario Kohle bleibt oft lieber gleich im Berliner Büro, denn bis nach Hause in Strausberg, einem Vorort von Berlin, müsste der Gründer eine Stunde Fahrt einplanen. Am nächsten Morgen trifft er seinen Geschäftspartner, Robin Behlau, der die Nacht auf seiner Luftmatratze verbracht hat. Die beiden haben keine Minute zu verlieren.

Im Juni 2008 haben sie zusammen mit Lukasz Gadowski, dem Gründer des Online-Shops Spreadshirt, das Konzept für ein neues Mittelstandsportal im Internet entwickelt, ihre heutige Firma Käuferportal. Parallel zu ihrem Bachelor-Abschluss erarbeiteten die beiden mit Gadowski einen Businessplan. Führten Gespräche mit weiteren Investoren, gründeten im Juli eine GmbH, klärten im August und September die Finanzierung und gingen dann im Oktober mit der Plattform online.

Inzwischen sind die beiden Unternehmer 24 Jahre alt geworden und beschäftigen rund 20 Mitarbeiter. Über ihre Plattform suchen sie potenzielle Käufer für Waren, die Unternehmen aus einem von ihnen gegründeten Netzwerk anbieten. Vor allem hochwertige Bürogeräte wie Kopierer, Computer und Telefonanlagen. Das Angebot richtet sich an mittelständische Firmen, die professionelles Equipment suchen, aber keine Zeit dazu haben, sich in die Materie einzuarbeiten.

Käuferportal nimmt dabei die Rolle eines Fachhändlers ein, ohne selbst das Produkt zu verkaufen. Nachdem die Wünsche des Kunden online aufgenommen worden sind, führen Mitarbeiter ein telefonisches Beratungsgespräch. Die Anfrage wird anonymisiert an die Firmen des Käuferportal-Netzwerks weitergeleitet. Wer meint, er könne das Produkt zum gewünschten Preis liefern, kann die Daten des potenziellen Käufers erwerben.

Mit ihrem Konzept versuchen die Gründer ihre jeweiligen Qualitäten und Kenntnisse auszuspielen. Behlau hat während seines Studiums an der Berliner Berufsakademie für ein Immobilienunternehmen gearbeitet und dabei viele Kontakte zu Mittelständlern geknüpft. Kohle studierte an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar Betriebswirtschaft und absolvierte noch während des Studiums Praktika bei verschiedenen Internet-Startups. So sind auch ihre Bereiche aufgeteilt: Kohle kümmert sich um das Onlinemarketing, Behlau betreut die Firmenkunden.

Seit der Gründung hat Käuferportal rund 1 600 Anfragen vermittelt. Die Kosten hierfür liegen zwischen 23 Euro, etwa für die Anfrage zu einem Kopiergerät, bis hin zu 300 Euro für Fertighäuser, die inzwischen auch zum Sortiment gehören. Rund 60 Produktkategorien sollen bis Oktober 2009 über Käuferportal erhältlich sein. "Das Konzept funktioniert mit fast allen hochwertigen Investitionsgütern", sagt Mario Kohle. Rund 700 Händler gehören zum Netzwerk, das weiter ausgebaut werden soll. Die Einnahmen liegen monatlich im niedrigen fünfstelligen Bereich, die Ausgaben deckt das bislang nicht.

Den beiden Gründern sitzt keine Bank im Nacken, die Kredite kurzfristig kündigen und damit der Firma das Wasser abgraben könnte. Käuferportal ist vollständig mit Eigenkapital finanziert. Einen guten Teil der Finanzierung hat Lukasz Gadowski übernommen. Zur Riege der Investoren gehören Ehssan Dariani, der Gründer von StudiVZ, sowie die Business Angels Kolja Hebenstreit und Maximilian Thyssen. Mit ihnen sind wichtige Akteure der deutschen Startup-Szene bei Käuferportal versammelt.

Auf der roten Couch im Konferenzzimmer empfangen Behlau und Kohle neben Kunden auch Kollegen aus der Gründerszene. Bei den Unternehmerabenden, die sie organisieren, wird über Geschäftsideen gesprochen und über die Schwierigkeiten, die sich bei einer Gründung stellen können. Schon jetzt wollen Behlau und Kohle ihre Erfahrungen weitergeben. Vernetzung und Geschwindigkeit - diese beiden Faktoren sind alles in ihrem Geschäft. "Wir sind jung, und wir haben eine Idee, die wir umsetzen wollen", sagt Robin Behlau. Warum sollten sie auch warten?

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