Kalter Sommer: Winzer rechnen mit einem schlechten Wein-Jahrgang

Kalter Sommer
Winzer rechnen mit einem schlechten Wein-Jahrgang

Nein, Wein-Wetter war das in diesem Sommer wahrlich nicht. Die deutschen Winzer rechnen für die anstehende Lese wegen der Wetterkapriolen mit Mengeneinbußen. Vor allem im August war es schlichtweg zu kalt.
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HB MAINZ. Kühle Temperaturen während der Blüte hatten vielerorts zu einem geringeren Fruchtansatz geführt, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher, am Montag in Mainz. Dadurch verkümmern in den Trauben einige Beeren und werden nur stecknadelgroß. Vor allem Winzer in der Pfalz beklagen Ausfälle wegen Hagelschäden, im größten deutschen Weinbaugebiet Rheinhessen hatten Stürme mehrere Weinberge in Mitleidenschaft gezogen.

Seit Ende August werden die ersten Trauben frühreifer Rebsorten für die Herstellung von Federweißen geerntet, in dieser Woche beginnt nun die Hauptweinlese. Nach aktuellen Schätzungen wird die Erntemenge etwa 8,5 Mio. Hektoliter betragen. Der Wert liegt laut DWI leicht unter dem langjährigen Durchschnitt. „Wie sich der Weinjahrgang qualitativ entwickeln wird, werden die nächsten Wochen zeigen“, sagte Büscher. Wichtig sei nun sonniges Spätsommerwetter und ein goldener Herbst, damit die Trauben voll ausreifen können und gesund bleiben.

„Das Weinjahr 2010 war von extremen Witterungsschwankungen geprägt“, erklärte Büscher. Die Reben trieben Ende April wegen der kühlen Witterung zunächst nur zögerlich aus, holten den Rückstand dann aber im extrem heißen Juli wieder auf. Im kühlen und nassen August entwickelten sich die Trauben dann wieder langsamer. In den kommenden Tagen werden die Winzer zunächst frühe Sorten wie Müller- Thurgau in die Keller bringen. Erst Ende September folgen dann Riesling, Silvaner oder Spätburgunder.

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