Kameraüberwachung
Angst vor automatischen Augen

Zerkratzte Fenster, aufgeschnittene Sitzpolster, besprühte Wände: Randalierende Fahrgäste kosten Bus- und Bahnbetreiber jährlich mehrere Millionen Euro. Kameras sorgen da für Sicherheit und sind auch in der Industrie einsetzbar. Doch die Überwachung ist umstritten.

Randalierende Fahrgäste kosten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) jedes Jahr eine Stange Geld - allein 2005 gaben Bus- und Bahnbetreiber der Hauptstadt rund 5,3 Mill. Euro aus, um die Schäden zu beseitigen. In manchen Bahnen aber passiert kaum etwas: Denn zehn Prozent der BVG-Fahrzeuge sind mit Überwachungskameras ausgestattet, die Vandalisten abschrecken.

Lieferant der notwendigen Technik: D-Research, ein mittelständisches Unternehmen aus Berlin. Gemeinsam mit Siemens installierte D-Research Kuppelkameras in 350 Bahnen, berichtet Geschäftsführer Michael Weber: "Seitdem sind die Straftaten dort um achtzig Prozent zurückgegangen."

Ob in U-Bahnen, Fußballstadien, Flughäfen oder auf privatem Firmengelände - überall wo hohe Sicherheit geboten ist, sind Kamera-Überwachungssysteme im Einsatz. Seit den Terroranschlägen in New York, London, Madrid und den Bombenfunden in Deutschland fordern Politiker mehr öffentliche Überwachung und entfachen damit hitzige Diskussionen. Für Wolfgang Rehak, Leiter des Netzwerks Systeme für integriertes Sicherheitsmonitoring (SIS), bedeutet das zunächst einmal eine deutlich steigende Nachfrage, denn im SIS haben sich 2004 insgesamt 17 Mittelständler zusammengeschlossen, um gemeinsam auch große und komplexe Projekte übernehmen zu können.

Überwachungskameras helfen nicht nur dabei, Anschläge zu vereiteln oder Straftaten aufzuklären, erklärt Rehak. Auch in der Industrie ergeben sich effektive Einsatzfelder: Kameras überwachen Produktionsabläufe, kontrollieren etwa Schweißnähte oder Wellbleche millimetergenau auf Norm-Abweichungen und übernehmen wichtige Funktionen bei der Qualitätskontrolle.

"Ein Trend geht eindeutig dahin, dass Kamera-Überwachungssysteme intelligenter werden", sagt SIS-Experte Rehak. "Sie können relevante von irrelevanten Informationen unterscheiden und sind auf ganz bestimmte Anwendungen zugeschnitten." Am Flughafen in Dresden hat Experte Rehak im vergangenen Jahr bereits ein erstes Referenzprojekt geleitet. Unter seiner Federführung entstand ein Sicherheitssystem, das darauf spezialisiert ist, schmutzige Bomben aufzuspüren - langlebiges radioaktives Nuklid kombiniert mit Sprengstoff.

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