Kammer und Behörden machen Druck
Billigkonkurrenz belastet Handwerker

Die große (Wirtschafts-) Politik wird in Berlin oder – im Falle des Landes Nordrhein-Westfalen – in Düsseldorf gemacht. Doch welche Auswirkungen das Handeln der Politiker für Handwerker in der Praxis hat, spüren die Unternehmen unmittelbar vor Ort.

HB/sgr DÜSSELDORF. „Wo drückt der Schuh?“ wollte die Düsseldorfer Handwerkskammer wissen. Sie ist mit 46 000 Mitgliedsunternehmen, rund 340 000 Mitarbeitern und 27 000 Auszubildenden eine der größten Selbstverwaltungseinrichtungen der Wirtschaft in Deutschland. Deshalb veranstaltete die Organisation direkt vor Ort im niederrheinischen Wesel eine Diskussionsrunde.

Die Gespräche machten eins deutlich: Neue Billigkonkurrenz aus dem Osten, Missbrauch des Gewerberechts, die nachlassende Zahlungsmoral, ein Jahrzehnt flauer Konjunktur, die boomende Schwarzarbeit und die erschwerte Kapitalversorgung der Betriebe nach Basel II sind die Probleme, mit denen sich die Handwerksbetriebe tagtäglich rumschlagen müssen.

Kammerpräsident Professor Wolfgang Schulhoff nannte konkrete Zahlen, die die Tragweite, die mit der Problematik der osteuropäischen Konkurrenz verbunden sind, deutlich machen: „1 799 Neueinträge in die Handwerksrolle in den zulassungsfreien Handwerken im Jahre 2004 bedeuteten einen Anstieg um 550 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwei Drittel davon entfallen alleine auf den Fliesenlegerberuf, 30 Prozent stammten aus dem Ausland, das Gros aus Polen.“ Ein „Gutteil der osteuropäischen Betriebsinhaber“ nutze das seit 2004 liberalisierte Handwerksrecht, so Schulhoff, um einer scheinselbstständigen Existenz in einer Billig-Baukolonne nachzugehen.

Die Folgen dieser Anbieterschwemme sind hinlänglich bekannt: Auskömmliche Preise seien für ansässige Betriebe mit einheimischen Beschäftigten und Ausbildungskosten „kaum mehr zu erzielen“. Mit der Novelle der Handwerksordnung seien den Handwerkskammern in 53 früheren Meisterberufen alle Kriterien für eine Prüfung von Zulassungsvoraussetzungen genommen worden, moniert der Kammerpräsident.

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